Vor allem die Langzeitarbeitslosen sind gefährdet

Sozialverbandschef Ulrich Schneider

Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, im Interview mit unserem Redaktionsmitglied Peter Schulte-Holtey:.

Wird Altersarmut sichtbarer in unseren Städten?

Nach wie vor ist die Armutsquote bei älteren Menschen mit 2,4 Prozent die niedrigste von allen Bevölkerungsgruppen. Zum Vergleich: Von der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter sind es 10 Prozent, die auf Hartz IV angewiesen sind. Daher ist die Altersarmut auch noch nicht so sehr sichtbar. Gleichwohl nimmt die Altersarmut zu und dieser Trend wird sich beschleunigen.

Was ist der entscheidende Grund für diese Entwicklung?

Hauptauslöser ist die zunehmende Langzeitarbeitslosigkeit seit Mitte der 1980er Jahre und der sich geradezu explosiv ausweitende Niederiglohnsektor. Wer heute schon arm trotz Arbeit ist und seinen Lohn mit Sozialleistungen aufstocken muss, damit es zum Leben reicht, wird im Alter nicht besser da stehen.

Die Regierenden sollten handeln, sagen Sozialverbände. Haben Sie den Eindruck, dass die Politik ran will ans Thema?

Nein, es macht nicht den Eindruck. Bisher ist das Thema auf jeden Fall nicht entschlossen angegangen worden. Erst hat die Koalition die Einsetzung einer Kommission beschlossen, dies dann unterlassen und nun stattdessen für den Herbst einen „Dialog“ mit den Sozialverbänden ankündigt. Erfahrungsgemäß bleiben solche Dialoge eher unverbindlich.

Quelle: op-online.de

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