Anfrage an Bundesregierung

Linke: Wie gefährlich ist die neue Xbox?

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Mit einer Full-HD Kamera und einem Infrarot-Sensor kann die Xbox One mit Kinect 2.0 Tag und Nacht in das Wohnzimmer schauen.

Berlin - Möglicherweise werden Käufer der Xbox One im Wohnzimmer bespitzelt. Zumindest befürchtet das die Bundestagsfraktion Die Linke. Sie haben Bedenken an der neuen Konsole.

Durch Kinect 2.0 mit einer Full-HD Kamera ist es der neue Xbox One möglich einen Blick ins Wohnzimmer zu werfen. Dank einem verbauten Infrarot-Sensor kann die Konsole sogar bei Dunkelheit aufnehmen. Die integrierten Kameras dienen eigentlich zur Erfassung der Körperbewegungen während dem Spielen und werden auf einem externen Server von Microsoft ausgewertet. Doch die Linke befürchtet, dass diese Möglichkeiten ausgenutzt werden und die Xbox One auch im ausgeschalteten Zustand Daten übermittelt. Sie befürchten im schlimmsten Falle, dass persönliche Daten auf Xbox-One-Servern von Microsoft in den USA gespeichert und im Rahmen von PRISM oder anderen Überwachungsprogrammen des US-Geheimdienstes ausgewertet werden. Vertreter der Partei Die Linke haben nun eine sogenannte "Kleine Anfrage" an den Bundestag gestellt und fordern eine Einschätzung der Konsole von der Bundesregierung.

US-Geheimdienst überwacht Server von Google, Microsoft & Co.

Zwei weitere Kritikpunkte im Antrag der Linken sind das verbaute Mikrofon und ein Patentantrag von Microsoft aus dem letzten Jahr. Das Mikrofon soll jederzeit aktiv sein und reagiert auf bestimmte Kommandos. Beispielsweise um die Xbox One einzuschalten. Laut Microsoft werden diese aber nur lokal im Gerät aufgezeichnet und nicht ins Internet hochgeladen. Der Patentantrag soll es bei Filmen ermöglichen, dass die Kinect die Personen vor dem Fernseher erfasst und der Preis anhand der Anzahl berechnet wird.

Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar (Bündnis 90/Die Grünen) bezeichnet die neue Microsoft Konsole als "Überwachungsgerät", weil die Nutzer nicht kontrollieren könnten, welche Informationen über sie gespeichert werden. „Die Xbox One registriert ständig alle möglichen persönlichen Informationen über mich. Reaktionsgeschwindigkeiten, meine Lernfähigkeit oder emotionale Zustände. Die werden dann auf einem externen Server verarbeitet und möglicherweise sogar an Dritte weitergegeben. Ob sie jemals gelöscht werden, kann der Betroffene nicht beeinflussen“, so Peter Schaar gegenüber Spiegel Online.

Hier die Anfrage der Linken an die Bundesregierung.

Jonas Regauer

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