Besuch im Hochwassergebiet

Merkel kündigt Veränderungen bei Katastrophen-Warnungen an - Laschet macht zerstörter Stadt großes Versprechen

Kanzlerin Angela Merkel besuchte am Dienstag gemeinsam mit Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet das vom Hochwasser schwer getroffene Bad Münstereifel.

Update vom 20. Juli, 22.30 Uhr: Der Ex-Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes übt nach der Hochwasser-Katastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz deutliche Kritik an Bund und Ländern*. Seiner Meinung nach wurden Jahre verschenkt.

Update vom 20. Juli, 20 Uhr: Einem Bericht zufolge plant die Bundesregierung von Angela Merkel (CDU) mehrere Hunderte Millionen Euro Hilfen wegen der Hochwasser-Schäden in der Eifel* sowie in weiteren Teilen von NRW und Rheinland-Pfalz.

Hochwasser in Deutschland: Angela Merkel spricht über Warn-App

Update vom 20. Juli, 14.20 Uhr: Armin Laschet fordert eine Klimaanpassungspolitik: Wir müssten anerkennen, so Laschet, dass solche Unwetter häufiger werden. Über konkrete Hilfe vor Ort, sagte Laschet: Es brauche unmittelbare Hinweise, die klar anzeigen, was helfen könnte. Er nannte das Beispiel Müllabfuhr, da habe es in den vergangenen Tagen große Probleme gegeben. Hier werde nun schnellstmöglich an einer Lösung gearbeitet. Damit endet die Pressekonferenz von Armin Laschet und Angela Merkel.

Update vom 20. Juli, 14.17 Uhr: Auf eine Nachfrage, ob künftig per SMS vor solch einem Hochwasser gewarnt werden könne, sagt Merkel: Lösungen wie die Warn-App Nina hätten den Vorteil, dass bei einem Ausfall des Netzes über WLAN noch immer Informationen an die Personen geschickt werden könnten. SMS hingegen unterliegen dem Empfang und vielerorts sei der schnell zusammengebrochen. Merkel kündigte aber auch an: „Es scheinen sich Veränderungen anzubahnen.“ Gespräche mit dem Verkehrsminister Andreas Scheuer würden stattfinden. Merkel sagte auch: „Vielleicht ist die gute alte Sirene besser als wir gedacht haben.“

Hochwasser in Deutschland: Laschet verspricht schnelle Hilfsgelder

Update vom 20. Juli, 14.09 Uhr: Dann spricht Armin Laschet. Er bedankt sich zunächst bei Angela Merkel für ihren Besuch. Laschet erwähnt die Opfer der Flut. Man könne kaum Worte finden für die Menschen, die das erlitten haben, so der NRW-Ministerpräsident. Noch in dieser Woche, verspricht Laschet, sollen erste Formulare fertiggestellt werden, damit die Auszahlung von Hilfsgeldern beginnen könne. „So unbürokratisch und schnell wie möglich“, beschreibt Laschet. Der Ministerpräsident würdigt die Arbeit der vielen Freiwilligen.

Laschet spricht über mögliche Hilfswege. „Ich ermutige alle, jetzt Solidarität zu üben.“ Bad Münstereifel solle schöner werden als es vorher war. Der Ort sei besonders, er habe es verdient, „wieder mit Leben gefüllt zu werden.“ Laschet kündigte außerdem besseren Katastrophenschutz an. „Wir müssen alles tun gegen den Klimawandel, hier in der Region, bundesweit, europaweit, aber vor allem global.“ Es sei eine menschengemachte Katastrophe, wir können alle etwas dagegen tun.

Update vom 20. Juli, 14.03 Uhr: Merkel kündigte weiterhin an, dass auch Brücken schnell wieder aufgebaut werden sollen. „Mit einem guten Miteinander mit Ländern, Kommunen und dem Kreis“, so Merkel. „Jeder tut, was er kann.“ Wir wollen, so die Kanzlerin, Schritt für Schritt vorankommen.

Hochwasser in Deutschland: Merkel kündigt unbürokratische Soforthilfe an

Update vom 20. Juli, 14.01 Uhr: Bad Münstereifels Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian gibt als erste ein Pressestatement ab. Sie bedankt sich bei Armin Laschet und Angela Merkel, dass beide die Region heute besuchen und das Gespräch mit Helfern und Helferinnen suchen. Dann spricht Bundeskanzlerin Merkel: Die Verwüstungen seien schrecklich, so Merkel. „Wir trauern gemeinsam mit den Familien, mit den Angehörigen. Wir haben Menschen gesehen, die alles verloren haben.“ Sie bedankt sich bei den Helferinnen, das gebe Kraft. „Wir werden sie nicht vergessen und uns immer wieder ein Bild machen, wie es um den Wiederaufbau steht.“ Merkel kündigte unbürokratische Soforthilfe an.

Update vom 20. Juli, 13.38 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet sind in Bad Münstereifel angekommen. Derzeit besichtigen sie den Stadtteil Iversheim und die teils verheerenden Zerstörungen durch das Hochwasser. Beide werden begleitet von der Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian, die Laschet und Merkel durch die Straßenzüge führt und einzelne, besonders schwere Verwüstungen durch die Fluten zeigt.

Hochwasser in Deutschland: Merkel besucht mit Laschet schwer getroffenes Bad Münstereifel

Erstmeldung vom 20. Juli: Bad Münstereifel - Zwei Tage nach ihrem Besuch in Rheinland-Pfalz will sich Bundeskanzlerin Angela Merkel* am Dienstag auch in Nordrhein-Westfalen ein Bild von der Hochwassersituation machen. Die Kanzlerin wird gegen Mittag mit Ministerpräsident Armin Laschet* in Bad Münstereifel sein, wie die nordrhein-westfälische Landesregierung mitteilte. Merkel und Laschet sprechen demnach mit Vertreterinnen und Vertretern von Hilfsorganisationen, mit Helferinnen und Helfern sowie mit betroffenen Bürgerinnen und Bürgern.

Die Kanzlerin und der Ministerpräsident treffen den Angaben zufolge gegen 11.55 Uhr in Bad Münstereifel ein. Gegen 13.50 Uhr ist ein gemeinsames Pressestatement geplant. Die Hochwasserkatastrophe hat in der Fachwerkstadt schwere Schäden verursacht.

Hochwasser in Deutschland: Merkel besucht gemeinsam mit Laschet Bad Münstereifel

Kanzlerin Merkel war am Wochenende bereits im Bundesland Rheinland-Pfalz und hatte sich dort mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer ein Bild von der Lage im Hochwassergebiet rund um Adenau gemacht. Auch der Bundespräsident war bereits am Samstag nach NRW gekommen: Frank-Walter Steinmeier hatte sich auf Einladung von Laschet die Situation im vom Hochwasser zerstörten Erftstadt angeschaut. Dort hatte im Stadtteil Blessem ein gewaltiger Erdrutsch Straßen und Häuser mitgerissen. Die Abbruchkante am Rand des Kraters galt zuletzt weiter als Risikozone.

Seit Montag gibt es mehrere Tage nach Beginn der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen immerhin einen Grund zum Aufatmen: Die seit Tagen vom Hochwasser bedrohte Steinbachtalsperre in der Nähe von Euskirchen scheint zu halten. Ein Dammbruch war dort nicht mehr zu befürchten, hatten die Behörden mitgeteilt. Bewohnerinnen und Bewohner umliegender Orte konnten zurück in ihre Häuser.

Bis Montag stieg die Zahl der Todesopfer auf mindestens 164: Aus Rheinland-Pfalz wurden 117 und aus NRW 47 Unwetter-Tote bestätigt. In beiden Bundesländern wurde nicht ausgeschlossen, dass noch weitere Opfer gefunden werden könnten. (AFP/dpa/fmü) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Wolfgang Rattay/dpa

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