Präsentation der Plakate

Ohne Baerbock: Die Grünen stellen Wahlkampagne vor - „Ansage an die Union“

Die Grünen haben in Person von Bundesgeschäftsführer Michael Kellner ihre Wahlplakate präsentiert.
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Die Grünen haben in Person von Bundesgeschäftsführer Michael Kellner ihre Wahlplakate präsentiert.

Die Grünen wittern eine Kampagne gegen Annalena Baerbock. Nun stellen sie ihre Wahlplakate vor - ohne ihre Kanzlerkandidatin.

Update vom 12. Juli, 14.32 Uhr. Bei den anschließenden Fragen geht Kellner noch einmal auf die älteren Menschen ein. „Wir müssen diese Zielgruppe erreichen, aber ich habe das Gefühl, dass viele dieser Menschen umdenken. Sie wollen eine zukunftsfähige Gesellschaft. Dafür machen wir ein politisches Angebot.“ Kurze Zeit später ist die Pressekonferenz beendet.

Update vom 12. Juli, 14.21 Uhr: Kellner spricht nun über die Wählermobilisierung. „Es wird ein sehr digitaler Wahlkampf“. Dass man den Instagram-Account mit den meisten Abonnenten unter den Parteien habe, sei wichtig, um die jüngeren Wähler sowie die Erstwähler für sich zu gewinnen. Kellner weiß allerdings auch, dass die Generation 60+ bislang eher nicht grün gewählt hat (siehe Erstmeldung). In diesem Bereich will die Partei massiv nachbessern. Der Bundesgeschäftsführer spricht von einer „Ansage an die Union“.

Update vom 12. Juli, 14.17 Uhr: Neben gemeinsamen Plakaten gibt es auch Motive, auf denen nur Baerbock zu sehen ist. Bei einem Plakat zur Klimapolitik heißt es: „Klima und Wirtschaft ohne Krise.“ Auch Habeck wird ein eigenes Plakat bekommen, in dem die Bildungspolitik im Fokus steht. Der Slogan „bereit, weil ihr es seid“ findet sich auf allen Plakaten unter der jeweiligen Nachricht. Das Wort „Kanzlerin“ steht auf keinem der Plakate.

Wirtschaft und Klima ohne Krise: Annalena Baerbock auf einem Wahlplakat der Grünen.

Update vom 12. Juli, 14.13 Uhr: Kellner präsentiert die Großflächenplakate der Kampagne – mit Baerbock und teils auch Habeck. Darauf zu lesen sind Slogans wie „unser Land kann viel, wenn man es lässt“.

Update vom 12. Juli, 14.11 Uhr: Kellner präsentiert einen kurzen Einspieler, in dem die grünen Ideen in Großbuchstaben präsentiert werden. Daraufhin stärkt er Annalena Baerbock den Rücken als Kanzlerkandidatin.

Update vom 12. Juli, 14.05 Uhr: Die Pressekonferenz der Grünen mit Michael Kellner läuft. Zu Beginn referiert der Bundesgeschäftsführer über das Sommerinterview mit Armin Laschet und kritisiert, dass durch die Finanzpläne der Union insbesondere die Reichsten der Bevölkerung profitieren würden.

Bundestagswahl 2021: Ohne Baerbock und Habeck - Die Grünen stellen ihre Wahlkampagne vor 

Erstmeldung vom 12. Juli: Berlin - Die Grünen stellen am Montag die Kampagne für den Wahlkampf zur Bundestagswahl am 26. September* vor. Zunächst tagt um 10 Uhr der Bundesvorstand der Partei per Videokonferenz. Um 14 Uhr will der Wahlkampfleiter und Politische Bundesgeschäftsführer Michael Kellner die Ergebnisse in einer Online-Pressekonferenz präsentieren.

Die Grünen stellen Kampagne vor: Kellner verspricht - „Tacheles reden und angriffslustig sein“

Die Kampagne werde „frisch und optimistisch sein, mit einem klaren Fokus auf die großen Herausforderungen unserer Zeit“, sagte Kellner der taz. Die Grünen wollen demnach im Wahlkampf „Tacheles reden und angriffslustig sein, ohne aggressiv oder persönlich zu werden“.

Zudem solle die Generation 60 plus aktiv angesprochen werden. Traditionell holen die Grünen vor allem bei jüngeren Wählern Stimmen. Bei der Bundestagswahl 2017 waren sie am erfolgreichsten bei den Jung- und Erstwählern unter 25 Jahren (14,6 Prozent). Bei den über 60-Jährigen erreichte die aktuell schwächste Oppositionspartei hingegen deutlich schlechtere Ergebnisse, bei den Wählern ab 70 Jahren sogar nur 3,8 Prozent. 

Bundestagswahl 2021: Nach Klärung der K-Frage - Grüne im Aufwind

Die Grünen* hatten nach der Bekanntgabe der Kanzlerkandidatur von Annalena Baerbock zunächst hohe Zustimmungswerte in Umfragen* bekommen. Die Festlegung auf die weibliche Kandidatin lief reibungslos und geeint ab. Die Partei demonstrierte Zusammenhalt in einer Wohlfühloase – ganz anders die CDU/CSU.

Während die Umfragewerte der Grünen in die Höhe schnellten, war die Union mit internen Schlammschlachten beschäftigt. Nachdem der Kanzlerstreit zwischen Armin Laschet und Markus Söder beendet war, sorgte die anhaltende Debatte um die Maskenaffäre für keine Entspannung. Die Grünen lagen bei den Demoskopen vor CDU/CSU.

Bundestagwahl 2021: Grüne sinken in den Umfragen ab - Baerbock im Fokus

Mittlerweile hat sich dieses Bild jedoch gewandelt. CDU* und CSU* scheinen sich berappelt zu haben, während die Grünen von einer Enttäuschung zur nächsten schlittern. Mittendrin: Annalena Baerbock*. Der 40-Jährigen wurde von Beginn an besonders akribisch auf die Finger geschaut – ihr wurde offener, teils völlig überzogener Hass entgegengesetzt. Der Baerbock-Hype schlug um in Baerbock-Hass.

Baerbock gab ihren Kritikern allerdings auch reichlich Angriffsfläche. Falsche, geschönte Angaben im Lebenslauf sowie die verspätete Meldung von Zahlungen an den Bundestag brachten eine Empörungswelle ins Rollen, die derzeit in den Plagiatsvorwürfen rund um ihr Buch „Jetzt. Wie wir unser Land erneuern“ gipfelt.

Die Grünen: Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock ist aktuell im Urlaub

Die Grünen erleben derzeit schwierige Zeiten. Die Vorstellung der Wahlplakate soll nun ein Anfang sein, um sich aus dem Tal der Enttäuschungen zu befreien. Baerbock selbst wird bei der Vorstellung der Kampagne übrigens nicht dabei sein. Die zweifache Mutter weilt derzeit mit ihrer Familie im Urlaub.

Auch Robert Habeck macht momentan Ferien. Dem Co-Vorsitzenden wurden zuletzt aus einigen Teilen bessere Chancen auf die Kanzlerkür zugesagt. Die Grünen stellten sich daraufhin hinter Baerbock als Kanzlerkandidatin. „Wir gehen als Team, als grünes Team, gemeinsam in diesen Wahlkampf mit Annalena Baerbock an der Spitze“, sagte Kellner jüngst. „Daran ändert sich nichts.“ (as) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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