Kommentar: Anreize statt Gesetze

Landärzte, die ihre Praxis aufgeben, suchen oft monatelang vergeblich einen Nachfolger. Städte sind für junge Mediziner attraktiver. Allein schon wegen der Kinderbetreuungsangebote oder der beruflichen Möglichkeiten für Ehepartner.

Die ständigen Bereitschaftsdienste und langen Anfahrten zu Hausbesuchen sind für viele Ärzte mit Familie schwer vereinbar. Das Problem ist nicht neu – aber es wird größer. Die Politik hat erkannt, dass die bisherigen Anreize nicht ausreichen, um ländliche Regionen für Ärzte attraktiver zu machen. Das gestern im Bundestag beschlossene Versorgungsstärkungsgesetz soll mehr Mediziner aufs Land zwingen. Aber nicht jedem Arzt liegt es, auf dem Land zu arbeiten und zu leben. Nicht jeder gute Arzt ist automatisch ein geborener Landarzt. Und ein Gesetz, das mehr Ärzte in ländliche Regionen drängen soll, macht das Berufsbild für junge Mediziner nicht attraktiver.

Dabei müsste es attraktiver werden, damit mehr Ärzte den Mut haben, eine Praxis außerhalb der Ballungszentren zu eröffnen. Finanzielle Anreize sind ein guter erster Schritt. Sie können aber nur ein Anfang sein. Die Politik ist gefordert, den Berufsalltag auf dem Land einfacher zu gestalten – zum Beispiel durch Bürokratieabbau. Sicher nicht durch strengere Gesetze.

Quelle: op-online.de

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