Kommentar: Gemeinsam Wege finden

Klar, die Arbeitswelt ist komplizierter, hektischer und anspruchsvoller geworden. Wer sich darauf nicht einstellen kann oder will, ist schnell abgehängt. Das gilt für den Arbeiter im Maschinenraum wie für den Manager in der Chefetage. Von Jörg S. Carl

Doch lassen wir die Kirche im Dorf: Nicht jedes Überstundenpaket und nicht jede Phase harter Arbeitsbelastung sind negativer Stress oder führen gar in den Zustand des Ausgebranntseins und zum Besuch einer Arztpraxis.

Schlimm wird es nur dann, wenn die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit permanent aufgelöst wird: Wo die Periode der Anspannung keine entsprechende Entspannung mehr findet, ist Erkrankung programmiert. Kein noch so stressresistenter Mensch kann eine dauerhafte Verfügbarkeit und ein unablässiges Funktionieren aushalten.

Solche Fälle gibt es. Und glaubt man der DGB-Studie, werden sie jährlich mehr. Die Ergebnisse der Untersuchung mögen interessengeleitet sein, doch im Kern sind sie ein Warnsignal. Die Folgerung daraus: Damit sich das vorhandene Leiden am Arbeitsplatz nicht zu einer Art Volkskrankheit entwickelt, sollten die Tarifpartner den Begriff Partnerschaft mit neuem Leben erfüllen. Wenn sich Arbeitgeber und -nehmer an einen Tisch setzen und Wege finden, Arbeitsbedingungen zu optimieren, haben beide Seiten etwas davon.

Quelle: op-online.de

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