Fridays for Future

„Sie haben versagt“: 15-Jährige bringt Laschet arg ins Schwitzen 

Die 15-jährige Klimaaktivistin konfrontiert Armin Laschet in der ARD-Wahlarena mit harten Vorwürfen. (Screenshot)
+
Die 15-jährige Klimaaktivistin konfrontiert Armin Laschet in der ARD-Wahlarena mit harten Vorwürfen. (Screenshot)

Kurz vor der Bundestagswahl 2021 macht eine 15-jährige Klima-Aktivistin Armin Laschet in der ARD-Wahlarena harte Vorwürfe. Nach ihrem Auftritt tobt das Netz.

Lübeck - Armin Laschet hat sich kurz vor der Bundestagswahl 2021* in der ARD-Wahlarena den Fragen von Bürgerinnen und Bürgern gestellt. Doch dabei geriet der Kanzlerkandidat der Union aus CDU* und CSU* ordentlich in die Bredouille. Und das ausgerechnet aufgrund der bohrenden Fragen und Anschuldigungen einer 15-jährigen Schülerin.

Doch nicht nur Armin Laschet* brachte die junge Frau, die sich vor ihre Frage auch direkt als Klimaaktivistin bei Fridays for Future zu Erkennen gibt, offensichtlich ins Schwitzen. Ihr Auftritt sorgte auch im Netz für ordentlich Trubel.

Kurz vor der Bundestagswahl 2021: Armin Laschet gerät in ARD-Wahlarena in Bedrängnis

In der ARD-Wahlarena eckte Armin Laschet* gerade beim Thema Klima an. Versuchte er doch alles, um sich auf die Seite der Klima-Aktivisten zu stellen und betonte auf die Frage einer jungen Frau: „die Generation, die ab dem 26. September Verantwortung trägt“ müsse alles dafür tun, damit das 1,5-Grad-Ziel erreicht werde. Hier sei Tempo geboten. Das sagte der Kanzlerkandidat, der im Vorfeld immer wieder von Klima-Aktivisten für sein Vorgehen in NRW kritisiert wurde. Der Youtuber Rezo beispielsweise hatte Laschet zuletzt scharf kritisiert.* Er thematisierte etwa die Räumung des Hambacher Forsts und die Eröffnung eines neuen Kohlekraftwerkes.

Auch bei einer Schülerin, die inmitten des Publikums in der ARD-Wahlarena sitzt, lösen die Worte Laschets keinen Jubel aus, im Gegenteil. „Sie haben sich und NRW im Prinzip hochgelobt, aber ihre Klimapolitik ist in den letzten Jahren eigentlich eine Katastrophe. Die war von krassen Fehlentscheidungen geprägt“, erklärt sie und fügt an, dass beispielsweise noch immer der Ausbau von erneuerbaren Energien blockiert werde. In NRW unter anderem durch die Abstandsregelungen für Windkraftanlagen. Keine Partei habe einen Plan zur Einhaltung der 1,5-Grad-Grenze, „aber die CDU und Sie insbesondere, haben da in den letzten Jahren wirklich besonders stark versagt“.

Fridays For Future: Aktivistin konfrontiert Laschet in der ARD-Wahlarena

Armin Laschet nennt die Ansage der Klima-Aktivistin „falsch“, sieht die Verantwortung nicht bei sich und der CDU. Ihre Frage, was Laschet als Kanzler in den ersten 100 Tagen in Angriff nehmen würde, beantwortet Laschet damit, Plan- und Genehmigungsverfahren beschleunigen zu wollen, beispielsweise für Stromtrassen und Bahnausbau.

Im Netz und besonders auf Twitter überschlagen sich nach der Sendung die Tweets – jedoch nicht wegen Laschets Aussagen. Vielmehr hängen sich viele Kommentator:innen an der 15-jährigen Schülerin auf. Denn sie ging keineswegs unvorbereitet ins Studio der ARD.* Stattdessen ließ sie sich zuvor von Emily Laquer coachen. Sie ist die Gründerin einer „Aktivistinnen-Agentur“, die Trainings und Interview-Vermittlung anbietet. Ein Talkshow-Training, das geht vielen Nutzer:innen zu weit. Medien sprachen von einer „trainierten Aktivistin“ in der Wahlarena.

Ein weiterer Aspekt, an dem viele Nutzer:innen Anstoß nehmen, ist außerdem die Mitgliedschaft von Trainerin Emily Laquer bei der „Interventionistischen Linken“ (IL). Das Bundesamt für Verfassungsschutz stuft die Organisation als „linksextremistisch“ ein. Einige Kommentator:innen, viele aus dem rechten Spektrum, fanden diesen Umstand unhaltbar.

Armin Laschet wird von Klima-Aktivistin konfrontiert – Sie wurde gecoacht

Emily Laquer teilt auf Twitter einige wüste Beschimpfungen, die sie seit dem Bekanntwerden ihres Coachings erreichen. Auch die 15-Jährige musste etliche, heftige Beleidigungen über Twitter erfahren. Doch viele springen den beiden Frauen auch zur Seite. Sie fragen, wieso nur Politiker:innen ein Recht auf Talkshow-Trainings haben sollten. Loben die Schülerin für ihren Mut. Luisa Neubauer resümiert: „Talkshowtrainings für alle!“. (Sophia Lother) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare