Neuer Spitzenbanker

Kommentar: Ausgerechnet Kemmer

Das Image des Bankers hat sicher nicht zu unrecht gelitten. Und die Branche tut alles dafür, dass das so bleibt, setzt sie doch den früheren Bayern-LB-Chef Michael Kemmer auf einen der bestbezahlten Lobbyposten in Berlin: Kemmer wird Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Banken. Von Frank Pröse

Das wäre außerhalb der Wirtschaftsseiten nicht von Interesse, wäre Kemmer nicht mitverantwortlich für das Milliarden-Desaster um die frühere österreichische BayernLB-Tochter Hypo Group Alpe Adria. Zur Erinnerung: Die bayerische Staatsregierung musste die Bayern LB mit einer Kapitalspritze von zehn Milliarden Euro auffangen. Wenn so ein Fehlschlag keine Empfehlung für einen Top-Job im Bankenlager ist!

Da hat der Verband wohl ein glückliches Händchen bewiesen, zumal Kemmer nach wie vor einen guten Ruf genießen soll. Man kann sich ja wohl mal verspekulieren. In Vorstandskreisen wird das nicht krumm genommen. Nicht einmal, dass Kemmer noch im Sommer 2008 fälschlicherweise verkündete, die BayernLB habe die Folgen der Finanzkrise weitgehend überstanden. Irren ist eben menschlich. Immerhin diese Botschaft bringen die deutschen Banken mit ihrem designierten Cheflobbyisten unter die Leute.

Ein Irrtum ist es aber auch, zu glauben, mit Kemmer das Image der Finanzbranche aufbessern zu können...

Quelle: op-online.de

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