ILO befürchtet soziale Unruhen

Kommentar: Vertrauen in die Wirtschaft

Gibt es letztlich gar kein Land, das ungeschoren durch jene globale Krise kommt, deren Folgen immer mehr Menschen in den Abgrund reißen? Die Prognose ist nicht weit hergeholt, nach der die hohe Arbeitslosigkeit in Europa soziale Unruhen hervorrufen könnte - auch im noch stabilen Norden. Von Frank Pröse

Dann gelangt das Elend auch dort auf die Straßen. 17 Millionen Menschen sind in den Euro-Ländern arbeitslos. 17 Millionen gehören also zu den von der Krise besonders stark Betroffenen. Denn die Flaute treibt ja nicht nur Arbeitslosenzahlen nach oben, zugleich werden noch die Sozialausgaben zusammengestrichen. Einen Ausweg gibt es nicht. Wer insbesondere den Jugendlichen staatliche Garantien verspricht, der lügt sich in die Tasche. Wer wie die Experten der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) an die Länder appelliert, mehr Jobs zu schaffen, der wendet sich an die falsche Adresse. Wenn die Arbeitsmarktexperten in diesem Zusammenhang der Haushaltskonsolidierung in Europa auch noch weniger Wert beimessen, dann ist die Empörung deutscher Arbeitgeber nachvollziehbar. Solide öffentliche Finanzen und Strukturreformen sind zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit unabdingbar. Auf diesem Weg kann die Schaffung von neuen Stellen gelingen. Fürs Grundvertrauen in den Staat gibt es keinen Anlass.

Quelle: op-online.de

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