Deutsche Reporter im Iran frei - Westerwelle reist an

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Teheran - Die beiden im Iran inhaftierten Reporter sind auf freiem Fuß. "Die beiden deutschen Staatsangehörigen befinden sich zur Stunde in Täbris in Begleitung deutscher Konsularbeamter", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin.

"Wir hoffen, sie noch heute in die Obhut der deutschen Botschaft in Teheran zu bekommen." Weitere Einzelheiten nannte er am Samstagnachmittag nicht.

Die beiden Journalisten der "Bild am Sonntag", Marcus Hellwig und Jens Koch, waren am 10. Oktober 2010 in der Provinzhauptstadt Täbris beim Versuch verhaftet worden, den Sohn und den Anwalt von Sakineh Mohammadi-Aschtiani zu interviewen. Die Frau war wegen Ehebruchs zum Tode verurteilt worden. Den Deutschen wird ein Verstoß gegen Visabestimmungen vorgeworfen.

Die iranische Agentur Isna hatte am Samstag gemeldet, dass die beiden Journalisten zu einem Bußgeld von rund 35 700 Euro (500 Millionen Rial) statt zu einer Haftstrafe verurteilt wurden. Die Justiz habe "islamische Güte" gezeigt und die beiden gegen ein Bußgeld freigesprochen, berichtete die Agentur. Es wird erwartet, dass die Journalisten nach ihrer Ankunft in Teheran mit der nächsten Maschine nach Deutschland geschickt werden.

Iranische Agentur: Westerwelle reist nach Teheran

Nach der Freilassung der beiden deutschen Journalisten im Iran wird Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) nach einem Bericht der iranischen Nachrichtenagentur ISNA am Samstagabend in Teheran erwartet. Das meldete die Agentur, ohne jedoch eine amtliche Quelle anzugeben. Laut ISNA will Westerwelle mit der iranischen Führung über die bilateralen Beziehungen und die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten sprechen.

dpa

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