Mit 59 Jahren verstorben

Todesfall erschüttert die SPD: Maas und Gabriel trauern um frühere Putzfrau und Medien-Berühmtheit Susi Neumann

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Auch Sigmar Gabriel war verblüfft von der Schlagfertigkeit von Susanne Neumann.

Susanne Neumann ist mit 59 Jahren gestorben. Die Gewerkschafterin und frühere Putzfrau wurde durch einen Streit mit Sigmar Gabriel bekannt.

16.04 Uhr: Ihren ersten großen Auftritt hatte die ehemalige Putzfrau bei „Maischberger“.  

Susi Neumann: Hiobsbotschaft schon 2015 

15.55 Uhr: Über ihre Krankheit hatte die Gewerkschafterin mehrfach öffentlich gesprochen. Schon 2015 sei ihr gesagt worden, dass sie das nächste Weihnachtsfest vermutlich nicht mehr erleben werde, sagte ihr Ehemann Bernd Neumann. Sie habe lange gekämpft. „Diese Frau hatte so eine unglaubliche Kraft. Ich weiß nicht, woher sie die genommen hat.“Anfang Februar soll Neumanns Urne nach Angaben ihres Ehemannes beigesetzt werden. „Den Baum, unter dem sie begraben werden soll, hat sie sich selbst ausgesucht. Auch dabei hat sie alles in der Hand gehabt“, sagte er.

Susi Neumann trat 2016 in die SPD ein

Update vom 15. Januar 2019: Rund anderthalb Monate nach ihrem Austritt aus der SPD ist die frühere Putzfrau Susanne Neumann gestorben. Neumann sei am Sonntagabend im Alter von 59 Jahren einem Krebsleiden erlegen, teilte der Bezirksverband Emscher-Lippe-Aa der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP mit und bestätigte damit einen Bericht der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". Neumann war in dem Verband bis zuletzt ehrenamtlich als stellvertretende Vorsitzende tätig.

Neumann, die früher der Linkspartei angehörte, war 2016 in die SPD eingetreten. Bundesweit bekannt wurde sie durch einen Auftritt auf einer Veranstaltung mit dem damaligen SPD-Chef Sigmar Gabriel, bei dem sie schlagkräftig Altersarmut und ein Versagen des Sozialstaats anprangerte - und der SPD von einer Fortsetzung der großen Koalition abriet. Anfang Dezember trat Neumann aus der SPD aus. Weiter mitarbeiten wollte sie laut "WAZ" in der "Aufstehen"-Bewegung von Linksfraktionschefin Sahra Wagenknecht.

Video: Ehemalige SPD-Kritikerin Susanne Neumann gestorben

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Mass und Gabriel trauern 

Auf Twitter trauert Außenminister Heiko Maas um die Gewerkschafterin. „Mit ihrer mutigen und direkten Ansprache hat sie vielen Menschen aus dem Herzen gesprochen. Wir trauern um eine engagierte Streiterin für soziale Gerechtigkeit.“

Auch Sigmar Gabriel hat sich zu Wort gemeldet. 

Berühmte Ex-Putzfrau hat genug von der SPD: „Wie die schlimmsten Geier“

Die News vom 5. Dezember 2018: Gelsenkirchen - Kurzzeitig galt Susanne Neumann als „Stimme des Volkes“ und hatte zahlreiche Medienauftritte, unter anderem bei „Anne Will“ und „Maischberger“. Berühmt wurde sie, als sie auf einer SPD-Konferenz den damaligen SPD-Chef Sigmar Gabriel alt aussehen ließ. Sie prangerte dort schlagfertig Altersarmut und das Versagen des Sozialstaats an. Nachdem Gabriel die Politik seiner Partei verteidigte und die Schuld auf den Koalitionspartner schob, antwortete sie trocken: "Warum bleibt ihr dann bei den Schwatten?" 

Susanne Neumann tritt aus: SPD-“Schlipsträger“ auf dem falschen Weg

Die frühere Putzfrau verlässt jetzt die SPD. Sie trete aus ihrem Gelsenkirchener Ortsverein aus, berichtete die Westdeutsche Allgemeine Zeitung am Mittwoch. Als Grund nennt sie den Umgang mit dem linken Bundestagsabgeordneten Marco Bülow, der jüngst ebenfalls aus der Partei ausgetreten war. Das Verhalten anderer Parteimitglieder nach dem Austritt des GroKo-Kritikers sei für sie das „das i-Pünktchen“ gewesen, um die SPD ebenfalls zu verlassen. Manche seien „wie die schlimmsten Geier über ihn hergefallen“. Diese „Schlipsträger“ in der SPD würden den Weg bestimmen, sie seien aber auf dem falschen. 

Neumann, die früher der Linkspartei angehörte, war erst 2016 zur SPD gewechselt. Jetzt will sich Neumann politisch bei der „Aufstehen“-Bewegung von Sarah Wagenknecht einbringen. 

Es ist ein weiterer Rückschlag für die SPD. Zuletzt musste die Partei wieder zwei Dämpfer bei Umfragen hinnehmen. 

Dieser Schlagabtausch mit Sigmar Gabriel machte sie schlagartig bekannt: 

mag/AFP

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