Es bleibt gefährlich

Das ist zwar kein Blankoscheck, den die Nato der Türkei ausgehändigt hat. Aber Ankara hat bekommen, was es wollte: die Rückendeckung der Bündnis-Partner.

Das mag angesichts der Gewalteskalation im türkisch-syrischen Grenzgebiet und der oft undurchschaubaren Gemengelage zwischen Kurden und Islamisten nachvollziehbar sein. Aber das Bündnis muss wissen, dass die Türkei diesen Schulterschluss auf ihre Weise interpretieren wird.

Ankara nimmt keineswegs den „Islamischen Staat“ ins Visier, sondern die Kurden. Den neuen Schub, den sich vor allem US-Präsident Obama für den Kampf gegen die IS-Schlächter von dem Einsatz Ankaras erwartet, gibt es nicht. Die ohnehin schwierige Mehr-Fronten-Situation in der Region wird ab sofort nicht klarer, sondern unübersichtlicher. Und damit noch gefährlicher. Weil Washington sich mit einem Partner verbündet hat, der mit seinen Aktionen dafür sorgt, dass niemand mehr weiß, wer Freund und wer Feind ist.

Es ist zwar richtig, dass der Plan einer vom IS befreiten Pufferzone zwischen Syrien und der Türkei sinnvoll und ein großer Sieg über die Extremisten wäre. Doch die Gefahr, dass dieses Vorhaben im Blut aller Seiten untergeht, bleibt groß.

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Quelle: op-online.de

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