Landesbanken

Kommentar: Bräutigam getürmt

Es ist der Albtraum jeder Braut: Der Bräutigam türmt auf dem Weg zum Traualtar, während sie selbst von Weinkrämpfen geschüttelt zurückbleibt. Genau so ist es jetzt der krisengebeutelten WestLB ergangen: Von Georg Anastasiadis

Ihr Galan, Bayerns Landesbank, hat die Fusionsgespräche kurzerhand abgebrochen und sich entschlossen, (vorerst) weiter als Single durchs Leben zu gehen. Für die von der Bundesregierung heißersehnte Neuordnung der deutschen Landesbanken-Welt ist das eine niederschmetternde Nachricht und für die jetzt von der Abwicklung bedrohte WestLB ein Schock.

Am Ende ging es der ebenfalls wackligen BayernLB aber nicht darum, einen Dienst fürs Vaterland zu erbringen. Sondern nur noch darum, sich selbst zu behaupten. Eine Fusion, so haben die Prüfungen durch den Vorstand ergeben, hätte nur geringe betriebswirtschaftliche Vorteile versprochen, vor allem aber mächtig Ärger. So hat die Brüsseler EU-Kommission, die die WestLB am Wickel hat, unmissverständlich wissen lassen, wie wenig sie von der geplanten Fusion hält. Und die bescheidenen Kosteneinsparungen, die durch den Abbau von Doppelstrukturen hätten realisiert werden können, wären mit dem Verlust von über tausend Stellen auch in München teuer bezahlt worden. Ein neues, tragfähiges Geschäftsmodell für eine fusionierte Bank aber war nicht in Sicht.

Quelle: op-online.de

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