Mittelstufenschule

Kommentar: Chancen nutzen

Die CDU und ihr Partner FDP jubeln, SPD und Grüne sind empört - und alle sagen: Auch mit der Mittelstufenschule gibt es ein gegliedertes Schulsystem in Hessen. Also doch nur Etikettenschwindel? Ändert die Reform der Hauptschulen nichts an den schlechteren Bildungschancen für Hauptschüler? Von Peter Schulte-Holtey

Ja und Nein - so müsste die ehrliche Antwort lauten. Der Plan der Landesregierung gibt keine überzeugende Antwort auf die tiefe Krise der Hauptschulen, auf die vielen Probleme der Hauptschüler. Andererseits ist das neue Konzept ein stillschweigender Abschied von der althergebrachten Hauptschule, ihr Aufgehen in ein integriertes System enthält Hoffnungspotential.

Mütter und Väter werden sich kaum für den Streit der Bildungstheoretiker interessieren. Unideologisch an das komplexe Thema heranzugehen, bedeutet für sie, von den Kindern und deren Bedürfnissen her zu denken. Der von den Parteien beinahe lustvoll gepflegte Streit um Schulformen hilft dabei keinen Deut weiter.

Eltern und Schüler sind Realisten. Sie werden vor allem die Umsetzung des Konzepts benoten und bewerten, ob die Chancen der Reform tatsächlich genutzt werden. So wird der Plan von Ministerin Dorothea Henzler nur dann erfolgreich sein, wenn es optimale Rahmen bedingungen gibt: kleine Klassen, differenzierte Förderkurse, Praxisbezug in enger Zusammenarbeit mit Betrieben und Berufsschulen, Ganztagsschulbetrieb, sozial pädagogische Betreuung. Die neue Mittelstufenschule wird nur Verbesserungen bringen, wenn sie mit ihren Zweigen all dem gerecht wird.

Quelle: op-online.de

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