China stellt Chen Guangcheng mögliche Ausreise in Aussicht

Peking - Die chinesische Regierung hat dem blinden Bürgerrechtler Chen Guangcheng eine mögliche Ausreise zum Studium in Aussicht gestellt.

China hat im diplomatischen Tauziehen um den blinden Dissidenten Chen Guangcheng Bewegung signalisiert. Das Außenministerium wies den Anwalt am Freitag darauf hin, dass er sich für ein Studium im Ausland bewerben könne. Es ist die bisher positivste Stellungnahme Pekings, seit Chen aus seinem Hausarrest geflohen ist und vorübergehend in der US-Botschaft Zuflucht suchte.

“Als chinesischer Bürger, der im Ausland studieren will, kann er durch die üblichen Kanäle bei den zuständigen Behörden gehen und die Formalitäten im Einklang mit dem Gesetz erfüllen, so wie alle anderen chinesischen Bürger auch“, hieß es in der Erklärung des Außenministeriums. Weder Chen noch die USA äußerten sich zunächst zu dem Angebot, US-Außenministerin Hillary Clinton kündigte jedoch noch für Freitag eine Pressekonferenz in Peking an.

In einem überraschenden Telefonat mit dem US-Kongress hatte Chen am Donnerstag um ein Treffen mit Clinton gebeten, die sich derzeit zu jährlichen bilateralen Gesprächen zwischen Vertretern der USA und Chinas in Peking aufhält. “Ich hoffe, ich kann mehr Hilfe von ihr erhalten. Und ich möchte ihr auch von Angesicht zu Angesicht danken“, sagte er in dem Telefonat mit dem Abgeordneten Chris Smith, dem Vorsitzenden einer für China zuständigen Kongresskommission.

Seine derzeitige Lage bezeichnete Chen in einem anschließenden Telefonat mit der Nachrichtenagentur AP als gefährlich. Vertreter der US-Regierung hätten ihn seit zwei Tagen nicht sehen dürfen. Am Freitag habe er zwei Mal erfolglos versucht, mit ihnen zu telefonieren. Die Anrufe seien jeweils nach wenigen Sätzen abgebrochen. Chen bemüht sich nach der Flucht aus seinem Hausarrest darum, mit Hilfe der USA das Land zu verlassen. Derzeit wird er in einem Krankenhaus in Peking behandelt und steht unter Bewachung der chinesischen Polizei.

dapd

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