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Spahn sieht Lichtblick: Corona-Selbsttests bald aus dem Discounter

Corona-Schnelltests für zu Hause haben eine Sonderzulassung für Deutschland bekommen. Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sollen sie bald erhältlich sein.

  • Bislang dürfen Corona*-Schnelltests nur von medizinischem Personal durchgeführt werden.
  • Doch bald sollen auch solche erhältlich sein, die medizinische Lai:innen selbst durchführen können.
  • Dazu und zu weiteren Themen muss sich Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im Bundestag scharfe Kritik gefallen lassen.

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+++ 14.14 Uhr: Auf eine Frage zur Corona-Impfung hin schloss Bundesgesundheitsminister Jens Spahn einen Impfzwang für bestimmte Berufsgruppen aus. „Dass die Frage ‚Bin ich frisch negativ getestet oder geimpft?‘ mit entsprechenden Folgen verbunden sein wird, ist absehbar“, sagte Spahn. An die erste Bedingung seien bereits Einreisen in Länder gekoppelt. Doch ansonsten werde es im öffentlichen Bereich keinen Unterschied zwischen geimpften und nicht geimpften Menschen geben. „Eine staatliche Verpflichtung zur Impfung in dieser Pandemie schließe ich aus.“

Wer die Kosten von Corona-Schnelltests für Einrichtungen wie Schulen und Kitas übernimmt, müssen laut Spahn die Bundesländer selbst entscheiden.

Testen sich auch in Deutschland bald alle selbst auf Corona? In Spanien ist das schon eine Weile möglich. (Archivbild)

Corona-Selbsttests bald aus dem Discounter ‒ Preise laut Spahn unklar

+++ 13.56 Uhr: Jens Spahn räumte ein, dass durch selbst durchführbare Corona-Schnelltests eine größere Dunkelziffer von Infektionen entdeckt werden könne, aber dass auch das Risiko für falsch positive Ergebnisse bestehe. In dem Fall solle man das Ergebnis mit einem professionell durchgeführten PCR-Test bestätigen oder revidieren lassen. Bei mehr entdeckten Fällen stiegen aber auch die 7-Tage-Inzidenzen. Allerdings seien Inzidenzwerte nicht die einzig wichtigen Zahlen in der Bekämpfung der Corona-Pandemie: „Diese Pandemie lässt sich nicht auf eine Zahl reduzieren.“

+++ 13.47 Uhr: Corona-Schnelltests wird es bald beispielsweise in Discountern geben, doch wie viel sie kosten werden, ist noch nicht klar, sagte Jens Spahn am Mittwoch. Ob man die Tests für Bürger:innen gar kostenlos anbieten oder bezuschussen werde, sei ebenfalls noch nicht absehbar. Das hänge vom Marktpreis ab. „Es macht einen Unterschied, ob ein Test 1,99 Euro oder 8,99 Euro kostet“, sagte Spahn. Kostenlos gebe es aber nichts, „einer zahlt immer“, sagte Spahn.

Spahn strebt bei Corona-Lockerungen einheitliches Handeln an

+++ 13.25 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn äußerte sich am Mittwoch auch zu potenziellen Lockerungen des Lockdowns. Es sei erstrebenswert, dass bundesweit einheitliche Schritte gegangen würden. Die Mutationen erschwerten es allerdings, konkrete Zeitpunkte für verschiedene Lockerungen in Aussicht zu stellen. Dass die Friseursalons im Gegensatz zu Einzelhandel und Gastronomie wieder öffnen dürfen, rechtfertigte Spahn damit, dass Haarschnitte zu Körperpflege zählten und nicht alle Menschen selbst in der Lage seien, dies selbst durchzuführen. Er plädierte für vorsichtige Lockerungen. „Nichts wäre fataler, übrigens auch für die Akzeptanz, wenn wir in vier oder sechs Wochen wieder vor ganz anderen Fragen stehen“, so Spahn. Eine Inzidenz von 0 sei nicht erreichbar, außer man mache „das Land zu“.

Streit um Corona-Schnelltests: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn steht den Abgeordneten im Bundestag Rede und Antwort.

Spahn sieht Lichtblick: Erstmals Corona-Selbsttests in Deutschland zugelassen

Update vom Mittwoch, 24.02.2021, 13.14 Uhr: „Die letzten Wochen waren sehr erfolgsversprechend und ermutigend“, lobte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die jüngsten Corona-Entwicklungen in Deutschland. „Wir wähnten uns auf einem guten Weg.“ Allerdings werde das Virus im Gegensatz zu den Menschen nicht müde, sondern durch Mutationen ansteckender. Doch Spahn sieht einen Lichtblick: „Wir haben jetzt deutlich mehr Tests zur Verfügung“, damit sind auch die Corona-Schnelltests gemeint, die seit dem heutigen Mittwoch auch als Selbsttests zugelassen sind. Diese könne man etwa vor Theaterbesuchen anwenden, um sicherzugehen, dass man nicht infiziert ist.

Spahn warnte aber auch: Dass die Corona-Schnelltests ab heute zugelassen sind, heiße nicht, dass sie direkt ab heute überall in großen Mengen verfügbar seien. Er rechne allerdings damit, dass bald mehr Tests zu den heute zugelassenen drei Schnelltests hinzukommen werden.

Erstmals Corona-Selbsttests in Deutschland zugelassen: Verkauf in Kürze beim Discounter

Erstmeldung vom Mittwoch, 24.02.2021, 12.16 Uhr: Bonn – In Deutschland soll es bereits in wenigen Tagen Corona-Schnelltests zur Eigenanwendung zu Hause geben. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) erteilte am Mittwoch (24.02.2021) Sonderzulassungen für drei Produkte zur Anwendung im vorderen Nasenbereich, wie das Institut mitteilte. Bisher gibt es nur Schnelltests zum Nachweis einer Coronavirus-Infektion, die von medizinisch geschultem Personal durchgeführt werden.

Bei allen drei nun zugelassenen Corona-Schnelltests werden die Proben durch einen Abstrich in der vorderen Nase entnommen. Dieser kann nach den von den Herstellern vorgelegten Studien jeweils durch Lai:innen sicher durchgeführt werden, wie das BfarM weiter mitteilte. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn* (CDU) sagte im „ZDF-Morgenmagazin“, die Selbsttests sollten in den nächsten Tagen unter anderem bei Discountern erhältlich sein. Er gehe davon aus, dass bereits in der kommenden Woche weitere Selbsttests genehmigt werden könnten.

In Deutschland soll es bereits in wenigen Tagen Corona-Schnelltests zur Eigenanwendung zu Hause geben.

Zulassung von Corona-Schnelltests: Vergleich mit gängigen Testverfahren

Corona-Schnelltests zur Eigenanwendung dürfen theoretisch schon seit dem 2. Februar in Deutschland an alle Menschen verkauft werden, denn seitdem gilt eine Änderung der Medizinprodukte-Abgabeverordnung durch das Bundesgesundheitsministerium. Um in Deutschland auf den Markt kommen zu dürfen, benötigen diese Tests entweder eine CE-Kennzeichnung oder eine Sonderzulassung durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, schreibt das Ministerium. „Es muss nachgewiesen werden, dass die Tests für die Anwendung durch Laien geeignet sind.“ Die seit dem 24. Februar durch Sonderzulassungen erlaubten Corona-Schnelltests können laut dem Ministerium auch in Drogerien, im Einzelhandel oder beim Discounter abgegeben werden. Die Verordnung sehe lediglich vor, dass vor Ort eine fachliche Beratung angeboten werden kann.

PCR-TestAntigen-SchnelltestAntigen-Schnelltest zur Eigenanwendung
Probe wird durch Nasen- oder Rachenabstrich entnommenProbe wird durch Nasen- oder Rachenabstrich entnommenProbe wird durch Abstrich im vorderen Nasenraum, durch Spucken oder durch Gurgeln entnommen
Test muss von medizinischem Personal durchgeführt werdenTest muss von medizinischem Personal durchgeführt werdenTest kann von medizinischen Lai:innen selbst durchgeführt werden
Probe wird im Labor getestetProbe wird auf Teststreifen gegebenProbe wird auf Teststreifen gegeben
Ergebnis innerhalb weniger TageErgebnis in 15 bis 30 MinutenErgebnis in 15 bis 30 Minuten
gilt als sicherste Varianteein positives Ergebnis muss durch einen PCR-Test bestätigt werdenein positives Ergebnis muss durch einen PCR-Test bestätigt werden

Corona-Schnelltests in Deutschland als Ergänzung zu anderen Schnelltests

Die Corona-Schnelltests zur Eigenanwendung seien eine Ergänzung zu den bereits zugelassenen, die durch geschultes Personal vorgenommen werden müssen, sagte Spahn. Letztere will der Minister etwa in Arztpraxen kostenlos zur Verfügung stellen, allerdings wurde der zunächst für 1. März geplante Start nach Beratungen im Corona-Kabinett verschoben. Das Vorhaben sei im Grunde „startklar“, allerdings gebe es viele, die das Testen besser mit Öffnungsstrategien verzahnen wollen. Das werde am kommenden Mittwoch (03.03.2021) bei den nächsten Bund-Länder-Beratungen diskutiert, sagte Spahn.

Der Bundesgesundheitsminister war wegen der verschobenen kostenlosen Corona-Schnelltests in der Kritik. Am Mittwochnachmittag stellt er sich ab 13.00 Uhr im Bundestag den Fragen der Abgeordneten. (ial mit AFP) *fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Emilio Morenatti/dpa

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