Corona-Impfungen

Neue Impf-Reihenfolge? Nach Astrazeneca-Zulassung könnten nun bestimmte Gruppen nachrücken

Nach der Einführung des Astrazeneca-Impfstoffes bahnt sich eine neue Impfreihenfolge in Deutschland an. Insbesondere medizinisches Personal soll früher berücksichtig werden.

  • Der Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca ist seit Kurzem in Deutschland zugelassen.
  • Die Ständige Impfkommission empfiehlt eine Vergabe an 18-64-Jährige, die beiden höchsten Risikogruppen fallen damit aus.
  • Das führt zu einer Veränderung in der Impf-Reihenfolge in der Gesellschaft - besonders medizinisches Personal könnte profitieren.

Berlin - Kurz vor dem Impfgipfel kommen gute Nachrichten von den Impfherstellern: Astrazeneca sowie Biontech kündigten an, doch mehr Impfstoff an die Europäische Union liefern zu wollen. Die Reihenfolge der Verteilung für eine Corona-Immunisierung könnte sich dadurch nun verändern.

Corona-Impfung: Hersteller Astrazeneca liefert mehr Dosen - Impfgipfel soll Probleme lösen

Der britisch-schwedische Hersteller Astrazeneca will nach EU-Angaben im ersten Quartal nun zusätzlich neun Millionen Dosen, also insgesamt 40 Millionen Dosen, liefern. Das teilte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen auf Twitter mit. Ebenfalls soll eine Woche früher mit der Lieferung begonnen werden als geplant und die Produktion in Europa ausgebaut werden. Trotzdem: Es handelt sich immer noch nur um die Hälfte der ursprünglich anvisierten Menge von 80 Millionen Dosen.

Währenddessen hakt es außerdem immer noch bei der Auslieferung und Impfterminvergabe. Das soll unter anderem nun in einem anstehenden Impfgipfel thematisiert werden. Dazu beraten am 01. Februar Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten, Vertretern der Impfstoffhersteller und der EU-Kommission. Der Druck ist hoch, Gesundheitsminister Spahn dämpfte im Vorfeld aber bereits die sehr hohen Erwartungen. „Wir können durch einen Gipfel alleine noch nicht mehr Impfstoffe produzieren“, äußerte sich Spahn gegenüber der Bild.

Corona-Impfung: Astrazeneca nur für Altersgruppe 18-64 zugelassen

Das Problem an Astrazeneca: Es liegen nur wenige Daten über die Wirksamkeit bei älteren Menschen vor. Deshalb empfiehlt die Ständige Impfkommission, den Impfstoff nur an Patient:innen von 18 bis unter 65 Jahren zu vergeben. Das führt nun zu Diskussionen über die Veränderung der derzeit bestehenden Impf-Reihenfolge in der Gesellschaft. Wer soll den neu zugelassenen Impfstoff als Erstes bekommen? Im Vorfeld plädierten bereits der bayerische Ministerpräsident Markus Söder, aber auch der Präsident der Bundesärztekammer und die SPD-Vorsitzende Saskia: Die Impfpriorität und Impfhierarchie solle überdacht werden, besonders medizinisches Personal soll vermehrt berücksichtigt werden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn kündigte daraufhin Veränderungen in der Impfreihenfolge an.

Der Astrazeneca-Impfstoff.

Corona-Impfung: Astrazeneca führt zur Veränderung der Impfreihenfolge

Da das Mittel für die höchsten Risikogruppen über 80 und über 70 Jahre nun ausfällt, würden jüngere Gefährdete aus anderen Risikogruppen aufrücken. „Die Grundreihenfolge bleibt, aber wir gehen sie zusätzlich altersgestaffelt an“, sagte Spahn am Samstag bei einer Diskussionsveranstaltung mit Experten und Pflegekräften in Berlin.  Der Minister erläuterte, es gebe auch in der ersten Impfgruppe Menschen, die jünger als 64 Jahre seien, etwa beim medizinischen Personal oder den Beschäftigten in der Pflege. Wenn diese geimpft seien, gebe es die 18- bis 64-Jährigen der nächsten Gruppe.

Eine schnellere Behandlung wäre dann etwa für Klinikpersonal, ambulante Pfleger, Menschen mit Downsyndrom oder transplantierten Organen, Demenzkranke, geistig Behinderte, Polizisten und Angehörige von Schwangeren möglich, heißt es in einem aktuellen Bericht der Bild. Die mRNA-Impfstoffe der beiden anderen Hersteller, Biontech (aus Mainz) und Moderna (aus den USA), sollen dagegen weiterhin zunächst an Patient:innen über 80 Jahre verabreicht werden. Die beiden Hersteller stellen derzeit die Hauptversorgung an Impfstoffen in Deutschland. Bis zum Sommer sollen noch zwei weitere Fabrikate hinzukommen: Johnson &Johnson und CureVac. (jh)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/PA Wire | Owen Humphreys

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