Millionen-Boni bei der HRE

Danke für nichts

Sie dürfte die unbeliebteste deutsche Bank sein, wird aber - koste es, was es wolle - vom Staat gestützt. Wegen ihrer Systemrelevanz. Was bedeutet, dass sie zu wichtig ist, um pleite zu gehen. Das ist ebenso richtig wie ärgerlich. Von Ralf Enders

Der marode Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) macht seit Beginn der Finanzkrise nichts als Negativ-Schlagzeilen. Nun hat die mittlerweile verstaatlichte Skandalbank bestätigt, dass sie trotz eines Milliardenverlustes ihren Mitarbeitern Boni in Höhe von 25 Millionen Euro gezahlt hat. Ein Danke für nichts, eine Woche, nachdem die Bank zu bestehenden 100 Milliarden Euro weitere 40 Milliarden an Staatsgarantien bekommen hat. Der Steuerzahler, der die HRE mit den Milliarden am Leben hält, ist sprachlos ob solcher Dreistigkeit.

Zur Erinnerung: Rettungsübernahmegesetz, „Squeeze Out“ von Aktionären, Übernahme durch den Bund, eine „Bad Bank“ für hochriskante Vermögenswerte in Höhe von 145 Milliarden Euro, der Rücktritt des eingesetzten Vorstandschefs Axel Wieandt nach nur fünf Monaten, den europaweiten Stresstest für Banken nicht bestanden, insgesamt 140 Milliarden Euro Garantien des staatlichen Bankenrettungsfonds Soffin, allein 2,2 Milliarden Euro Verlust 2009 - der Name HRE steht in Deutschland für die Finanzkrise und die Schuld der Banken.

Die Hilfsempfänger mit den Spendierhosen wenden ein, dass die Boni nicht an den Vorstand gehen, sondern an Mitarbeiter für ihren Einsatz zur Rettung des Instituts. Nur mit solchen Leckerlis könnten wichtige Leute gehalten werden. Zudem widersprächen die Zahlungen nicht den Soffin-Vergütungsgrundsätzen.

Die moralische Bewertung sieht anders aus: Ein Bonus-System, das offenkundig nicht auf wirtschaftlichem Erfolg basiert, ist höchst unanständig und sorgt für soziale Empörung. Schade, dass die Meinung der Steuerzahler nicht systemrelevant ist.

@ ralf.enders@op-online.de

Quelle: op-online.de

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