Angriff auf Polizeisperre

Deutscher Islamist an Anschlag in Türkei beteiligt

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Zwei türkische Polizisten und ein Lastwagenfahrer starben bei einer Attacke von Dschihadisten auf einen Kontrollpunkt im Süden der Türkei.

Berlin - Bei einem Angriff auf eine Polizeisperre in Südanatolien werden zwei Polizisten und ein Lastwagenfahrer erschossen. Unter den Tätern soll auch ein deutscher Dschihadist sein.

Nach dem tödlichen Angriff mehrerer europäischer Dschihadisten auf einen Kontrollpunkt im Süden der Türkei sitzt auch ein deutscher Verdächtiger in Haft. Laut „Spiegel Online“ handelt es sich um einen 18-jährigen Berliner, gegen den die Staatsanwaltschaft in der deutschen Hauptstadt seit Herbst 2013 wegen der möglichen Vorbereitung von Terrorstraftaten ermittelt. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin sagte der dpa am Dienstagabend, der deutschen Botschaft in Ankara sei der Fall bekannt. Man stehe mit den türkischen Behörden in Kontakt.

Ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft wollte sich zu dem Vorgang nicht äußern.

Zwei türkische Polizisten und ein Lastwagenfahrer getötet

Bei der Attacke am Donnerstag vergangener Woche waren zwei türkische Polizisten und ein Lastwagenfahrer getötet worden. An dem Angriff war einem türkischen Zeitungsbericht zufolge auch ein Schweizer Staatsbürger beteiligt. Der Mann habe erklärt, die Türkei sei als Nato-Mitglied ein Feind, berichtete die „Hürriyet Daily News“. Außerdem sei ein Staatsbürger Mazedoniens festgenommen worden.

Laut „Spiegel Online“ saß der deutsche Islamist bei dem Angriff offenbar am Steuer des Wagens. In einer ersten Vernehmung habe er eine Beteiligung an den tödlichen Schüssen zunächst abgestritten. Die Männer sollen der Gruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien (ISIS) angehören, die Al-Kaida nahesteht. Türkische Behörden hatten nach der Tat erklärt, es gebe Hinweise auf Verbindungen der Täter in das Bürgerkriegsland Syrien.

Deutsche Sicherheitskreise gehen davon aus, dass inzwischen rund 300 Islamisten aus der Bundesrepublik in Richtung Syrien gereist sind. Nur etwa ein Dutzend sei jedoch nach dieser Einschätzung aktuell in Syrien im Einsatz, hatte kürzlich „Der Spiegel“ berichtet.

dpa

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