Drohende Altersarmut

Kommentar: Schutzschirm gesucht

Von Peter Schulte-Holtey- Der Sprengstoff ist längst gelegt: Immer mehr Deutsche glauben nicht, dass sie im Alter von ihrer gesetzlichen Rente leben können.

Was dabei erstaunen muss: Die Initiative zu ergreifen und selbst mehr vorzusorgen, stellt für viele jedoch keine Alternative dar. Beinahe jeder zweite befragte Berufstätige will seine Altersvorsorge nicht ausbauen.

Die Folgen dieser durch neue Studien belegten Entwicklung liegen auf der Hand: Die Zahl der von Altersarmut betroffenen Rentner in Deutschland wird alsbald rasant wachsen. Doch welche Wege sollten eingeschlagen werden? Die stets beschworene private Absicherung wird zunehmend schwieriger: Die Postbank, die selbst Altersvorsorgeprodukte anbietet, fürchtet bereits wegen der niedrigen Zinsen eine gefährliche Abwärtsspirale für diesen Zweig. Und sollten jetzt doch Steuern erhöht werden, sollten Zinsen um der Euro-Rettung willen auf einen neuen Tiefststand rutschen, dann bleibt den meisten noch weniger Spielraum für Geldanlagen.

Die nächste Bundesregierung wird also entscheiden müssen, wer die Kosten für die notwendige erweiterte soziale Sicherheit - vor allem für Problemgruppen wie Minijobber und Alleinerziehende - tragen soll. Drohende Altersarmut muss intensiver bekämpft werden - mit Steuermitteln (Renten-Aufstockung) und höheren Mindestlöhnen, am besten aber durch noch mehr Anstrengungen in der Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik. Denn nichts dient besser als Schutzschirm vor Armut im Alter als ein qualifizierter, dauerhafter und fair bezahlter Job.

peter.schulte-holtey@op-online.de

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © op-online

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare