Kommentar: Eine Schande

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Der Schock saß tief angesichts der Missbrauchsfälle an der Odenwaldschule und im Berliner Canisius-Kolleg. Unbürokratische Hilfen wurden versprochen, gesetzliche Änderungen zugesagt. Von Wolfgang Blieffert

Und was ist heute daraus geworden, drei Jahre nach Bekanntwerden der Gewalttaten gegen Kinder und Jugendliche? Die Schockwellen sind verebbt, die Verlängerung der Verjährungsfristen steckt in Ausschüssen fest, Bund und Länder können sich nicht einigen über einen mit vergleichsweise lächerlichen 100 Millionen Euro ausgestatten Hilfsfonds. Das ist ein Armutszeugnis, eine Schande für alle Verantwortungsträger.

Kein Wunder, dass die Missbrauchsopfer verbittert, ja empört sind. Denn die Unfähigkeit, wirklich wirksam zu helfen, ist eine weitere Untat an den vielen Opfer. Erst wurde ihnen großes Leid angetan, dann wurde es vertuscht, bestritten, bagatellisiert. Und nun zieht der Runde Tisch eine ernüchternde Bilanz der versprochenen Hilfen.

So sagen das abgekühlte Interesse an den Missbrauchsopfern und das Versagen der Politik viel aus über den traurigen Zustand unseres Gemeinwesens.

Quelle: op-online.de

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