Erbitterte Schlacht um Misrata

Adschdabija - Unter anhaltendem Artilleriebombardement und dem Feuer von Scharfschützen haben libysche Rebellen am Sonntag weiterhin der Belagerung der Stadt Misrata standgehalten.

In erbitterten Häuserkämpfen wehrten sie sich gegen die Einnahme der letzten von Regierungsgegnern gehaltenen Stadt im Westen Libyens. Sieben Menschen kamen bei den Kämpfen nach Angaben eines Mitarbeiters einer Hilfsorganisation und eines Oppositionsaktivisten ums Leben. Nach tagelangen Kämpfen sind die Truppen des libyschen Machthabers Muammar al Gaddafi unterstützt von schweren Waffen und Scharfschützen bis ins Zentrum der Stadt vorgedrungen. Seit Tagen schon sei Misrata mit Mörsern und Raketen beschossen worden, berichtete der Bewohner Abdel Salam, der nur seinen Vornamen nennen wollte. “Die Einwohner haben sich an den Lärm der Mörser und Raketen gewöhnt“, sagte er. “Auf den Dächern der hohen Gebäude sind immer noch Scharfschützen, die auf alles Schießen, was sich bewegt.“

Kleinere Erfolge für Rebellen

Die Rebellen hätten die Regierungstruppen aus der Gegend rund um einen zentralen Marktplatz zurückgetrieben und einen schmalen Streifen Geländegewinn erzielt, sagte der Aktivist Rida al Montasser sagte über den Internetdienst Skype. In einem Krankenhausbericht sei die Zahl von 17 Toten und 74 Verletzten genannt worden. Am Sonntag hätten Gaddafis Truppen außerdem das Krankenhaus beschossen. Ein Mitarbeiter einer Nichtregierungsorganisation, der nach eigenen Angaben das Krankenhaus am Sonntag besuchte, bestätigte die Opferzahlen. Unter den Toten sei ein Mädchen mit einem Kopfschuss, unter den Verletzten seien mehrere Kinder. Der Mitarbeiter einer ausländischen Nichtregierungsorganisation wollte aus Sicherheitsgründen seinen Namen nicht genannt wissen. Montasser sagte, bis in die späte Nacht seien Explosionen in Misrata zu hören gewesen.

Rebellen in Libyen: Sie kämpfen gegen Gaddafi

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In Tripolis wies Regierungssprecher Mussa Ibrahim am Sonntag erneut Vorwürfe zurück, Gaddafis Truppen hätten in Misrata international geächtete Streubomben eingesetzt. Er warf der NATO vor, mit Luftangriffen Partei für die Rebellen ergriffen zu haben. In deren Reihen befänden sich auch Kämpfer des Terrornetzwerks Al Kaida, sagte Ibrahim. 

dapd

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