Fast 100-jährige Pause beendet

Erstmals seit 1923: In der Türkei entsteht neue christliche Kirche

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Recep Tayyip Erdogan hielt bei der Zeremonie zum Baubeginn der Kirche eine Rede.

Nach fast einem Jahrhundert findet in der Türkei wieder der Neubau einer christlichen Kirche statt. Bei der Eröffnungszeremonie gab sich Staatsoberhaupt Recep Tayyip Erdogan die Ehre.

Istanbul - Erstmals seit Gründung der Türkischen Republik im Jahr 1923 wird in dem Land eine christliche Kirche gebaut. Das Gotteshaus in Istanbul werde in zwei Jahren fertiggestellt sein, sagte Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan am Samstag bei einer Zeremonie zum Baubeginn. Es sei eine Bereicherung für die Türkei, ergänzte er nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu.

Christliche Kirche In Istanbul: „Dies ist ein historischer Tag“

Die Kirche der christlich-syrischen Minderheit soll im Stadtteil Yesilköy entstehen. Die Genehmigung hatte die islamisch-konservative AKP-Regierung 2015 erteilt. „Dies ist ein historischer Tag“, sagte das Oberhaupt der syrisch-orthodoxen Kirche für Istanbul und Ankara, Yusuf Cetin. Die Zahl der syrisch-orthodoxen Gläubigen in Istanbul wird auf 17.000 geschätzt.

Die Bevölkerung der Türkei ist zu mehr als 99 Prozent muslimisch. Seit der Republikgründung im Jahr 1923 durfte die christliche Minderheit ihre Kirchen zwar meist renovieren, ein Neubau war bislang aber noch nicht genehmigt worden.

In Deutschland geht die Diskussion um die Zukunft der katholischen Kirche weiter: CSU-Politikerin Ilse Aigner unterstützt die Protestbewegung „Maria 2.0“ und fordert zwei gravierende Maßnahmen, wie Merkur.de* berichtet.

dpa

*Merkur.de ist ein Angebot des bundesweiten Redaktionsnetzwerks Ippen Digital

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