Union im Meinungstief

Kommentar: Es fehlt so einiges

In der Union ist die Stimmung auf dem Nullpunkt. Jede neue Umfrage bringt katastrophalere Werte hervor. Jüngst sah der ARD-Deutschlandtrend Union und SPD gleichauf bei 31 Prozent - dies war das letzte Mal vor vier Jahren zuzeiten der großen Koalition so. Von Angelika Dürbaum

Schlimmer noch für die Union: SPD und Grüne erreichen derzeit laut Deutschlandtrend zusammen 48 Prozent und damit erstmals seit Oktober 2002 mehr als die anderen im Bundestag vertretenden Parteien. Union und FDP dagegen sind mit zusammen 36 Prozent so schwach wie nie zuvor. Andere Umfragen kommen auf ähnlich dramatische Werte für die Union.

Nun wagen sich ersten Unions-Granden mit Kritik aus der Deckung, sehen gar wie der Saarländer Peter Müller den Nimbus als Volkspartei bedroht. Vielleicht sollten sich Müller und Co. einmal fragen, wie die Union in diese Lage kommen konnte. Denn das Spitzenpersonal der Union ist allenfalls in Sachen Streit und Unvermögen Spitze; brillante Köpfe, die politische Diskussionen prägen und Verantwortung übernehmen, Fehlanzeige. Ins Bild passt, dass Müller es vor wenigen Tagen kategorisch ablehnte, CDU-Bundesvize zu werden.

Bei der SPD sieht es keinen Deut besser aus - man denke nur an die Rente mit 67. Dass die Sozialdemokraten in Umfragen wieder obenauf sind, ist vor allem der Schwäche der Regierungskoalition geschuldet.

Die beiden großen Parteien, die dieses Land seit dem 2. Weltkrieg maßgeblich geprägt haben, sind in der Krise, zweifellos. Und ein bisschen mehr als jammern muss ihnen schon einfallen, um das Ruder herumzureißen. Sonst enden sie tatsächlich so, wie der Grüne Jürgen Trittin es prophezeit hat, als „kleinere Mittelparteien“.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare