Polit-Skandal

FPÖ-Chef postet antisemitische Karikatur

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Von der Facebook-Seite Straches ist die Karikatur mittlerweile verschwunden

Wien - Entsetzen im Alpenland: Der Chef der österreichischen Rechtspartei FPÖ, Heinz-Christian Strache, hat die offensichtliche Karikatur eines Juden auf seine Facebook-Seite gestellt.

Ein dicker Banker mit Hakennase und Davidstern auf den Manschettenknöpfen wird von einem Regierungsbeamten gefüttert, während eine magere Gestalt als Volk hungern muss: Diese Karikatur hatte der Chef der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) am Samstag als Kritik an EU-Hilfen für Banken in der Euro-Krise im Internet veröffentlicht. Sie sei eine Bearbeitung einer Zeichnung aus den 60er-Jahren, die aber noch ohne Hakennase und ohne Davidsterne auskam, berichteten mehrere österreichische Medien.

Die Staatsanwaltschaft prüfe derzeit, ob sie Ermittlungen aufnehme, sagte ein Sprecher am Dienstag. Die Israelitische Kultusgemeinde hatte die Zeichnung „ähnlich wie im damaligen Stürmer in den 1930er- und 1940er-Jahren“ bereits am Montag verurteilt. „Der Stürmer“ war ein antisemitisches Hetzblatt der Nationalsozialisten.

Die FPÖ fühlt sich jedoch zu Unrecht an den Pranger gestellt und sieht in der Zeichnung keinen antisemitischen Bezug. Strache schrieb auf seiner Seite im sozialen Netzwerk Facebook am Dienstag: „An all jene, welche dann auch noch Nasen einer Karikatur optisch nach ihrer Herkunft einzuteilen versuchen, sei gesagt, dass dies die zutiefst abzulehnende Form von Rassismus ist!“ Er selbst lehne jedweden Antisemitismus vehement und grundsätzlich ab, so Strache.

dpa

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