Frankreich streicht Kindergeld für Schulschwänzer

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Schulschwänzer und ihre Eltern werden in Frankreich jetzt zur Kasse gebeten.

Paris - Notorischen Schulschwänzern und ihren Eltern geht es in Frankreich an den Kragen. Verabschiedet wurde ein Gesetz, wonach es künftig teuer wird, wenn sich der Nachwuchs zu oft vor dem Unterricht drückt.

Die Behörden können künftig Erziehungsberechtigten einfach das Kindergeld streichen. Es reicht aus, wenn der Nachwuchs viermal im Monat einen halben Tag unentschuldigt fehlt. Das sieht ein am Mittwochabend vom Parlament verabschiedeter Gesetzestext vor.

Die Opposition votierte bei der Abstimmung gegen die Vorlage, die Grünen kritisierten das Gesetz als ineffizient und populistisch. Präsident Nicolas Sarkozy hatte sich zuvor mehrmals für strengere Sanktionsmöglichkeiten eingesetzt. “Es ist zu leicht für Eltern, sich aus der Verantwortung zu stehlen“, kritisierte er im Frühjahr. In Frankreich gebe sogar sehr junge Kinder, die nicht zur Schule gingen, ohne dass die Eltern dies meldeten. Wiederholtes Schulschwänzen sei nicht hinnehmbar.

In Deutschland forderte zuletzt unter anderem der Unions- FraktionsvorsitzendeVolker Kauder (CDU) für Eltern von Schulschwänzern härtere Sanktionen wie zum Beispiel Kindergeldkürzungen. 2003 hatte Brandenburgs damaliger Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) für Aufsehen gesorgt: Er schlug vor, elektronische Fußfesseln für straffällig gewordene Schulschwänzer einzuführen.

Die Streichung von Unterstützungsleistungen in Frankreich war eigentlich bereits in einem Gesetz aus dem Jahr 2006 vorgesehen. Dieses war aber kompliziert und sah ein gescheitertes Mediationsverfahren als Voraussetzung für strenge Sanktionen vor. Schätzungen zufolge wurde deswegen lediglich in einigen Dutzend Fällen das Kindergeld gestrichen.

dpa

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