Frau Mubarak aus der Haft entlassen

+
Suzanne Mubarak soll gegen Kaution wieder freigelassen worden sein.

Kairo - Die Ehefrau des gestürzten ägyptischen Staatspräsident Husni Mubarak wird aus der Untersuchungshaft entlassen. Das hat das ägyptische Justizministerium angeordnet.

Der Generalstaatsanwalt habe die Freilassung von Suzanne Mubarak angeordnet, sagte ein Gerichtsmitarbeiter am Dienstag, es werde keine Kaution beantragt. Suzanne Mubarak wird Korruption vorgeworfen, sie hat ihre Geldmittel und Besitztümer bereits dem Staat ausgehändigt. Nach Angaben der Ankläger handelt es sich dabei um drei Millionen Dollar auf ägyptischen Bankkonten und der Villa, in der sie und ihr Mann lebten. Die 70-Jährige war zuletzt wegen Herzbeschwerden auf der Intensivstation behandelt worden. Sie war am vergangenen Freitag zusammengebrochen, als sie von ihrer Festnahme erfahren hatte.

Unterdessen kursieren Gerüchte, dass Ex-Präsident Husni Mubarak um Gnade für sich und seine Familie bitten will. Außerdem sei der im Februar entmachtete Staatschef dabei, eine Audio-Botschaft aufzunehmen, in der er sich für Fehler entschuldigt, berichtete die Kairoer Tageszeitung Al-Shorouk am Dienstag. In dieser Botschaft wolle Mubarak, der fast 30 Jahre lang Präsident von Ägypten war, an seine früheren Verdienste als Soldat erinnern. Außerdem werde er versprechen, den gesamten Besitz seiner Familie dem Staat zu überschreiben und sich mit einer bescheidenen Rente zufriedenzugeben, hieß es.

Nach Einschätzung des Blattes könnten Mubarak und seine Ehefrau Suzanne möglicherweise vom Militärrat begnadigt werden. Der Rat hatte nach Mubaraks Abgang am 11. Februar die Macht übernommen. Die Chancen, dass auch die Söhne Alaa und Gamal davonkommen, stünden jedoch schlecht, hieß es. Die Söhne sitzen beide wegen des Verdachts der illegalen Bereicherung in Untersuchungshaft.

Mehrere arabische Herrscher aus den Golfstaaten wollen verhindern, dass Mubarak vor Gericht gestellt wird. In den vergangenen Wochen kursierte in Ägypten sogar das Gerücht, Saudi-Arabien habe mit der Ausweisung aller ägyptischen Arbeiter gedroht, falls Mubarak ins Gefängnis gesteckt werden sollte. Dem Ex-Präsidenten wird unter anderem vorgeworfen, er habe sich illegal bereichert. Außerdem soll seine Rolle bei den blutigen Attacken auf die Demonstranten auf dem Tahrir-Platz Anfang Februar untersucht werden.

dapd/dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare