Streit um Stuttgart 21

Kommentar: Im Ganzen planlos

Der Streit um den unterirdischen Durchgangsbahnhof in Stuttgart wäre anders verlaufen oder gar nicht erst aufgekommen, wenn dieses Land endlich wüsste, was es mit seiner Bahn will. Noch immer fehlt ein flächendeckender Plan. Von Jürgen Umbach

Wollen wir ein Hochgeschwindigkeitsnetz, das seinen Namen verdient? Dann müssen Kopfbahnhöfe wie Stuttgart daraus verschwinden.

Oder wollen wir eine kuschelige Halbhochgeschwindigkeitsbahn behalten, die sich an Milchkannenstopps ständig selbst ausbremst? Dann brauchen wir erstens kein unteriridisches Stuttgart 21 und zweitens keinen ICE. Denn mittlerweile fahren auch Regionalexpresszüge fahrplanmäßig bis zu 200 Kilometer pro Stunde.

Am liebsten hätten wir natürlich beides: die schnellsten Züge der Welt und an jeder Ecke einen Bahnhof, damit möglichst viele Menschen ein- und aussteigen können. Aber auch wer diesen Idealzustand erreichen will, braucht einen Plan, muss Prioritäten setzen und sie glaubhaft vermitteln.

Davon sind wir weit entfernt. Statt zu planen, macht sich jetzt das Land einen Kopf um einen Kopfbahnhof. Und feiert das als Fernsehpremiere. Unfassbar.

Quelle: op-online.de

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