Heimkinder

Kommentar: Geld nur Trostpflaster

Viele Heimkinder der 1950er- und 1960er-Jahre waren ihren Betreuern schutzlos ausgeliefert. Schläge, Tritte und sexueller Missbrauch bestimmten ihren Tagesablauf. Die grausamen Erniedrigungen verwandelten Kinderleben in Angst und Qual. Erzieher und Nonnen übten sich dabei als Folterknechte, um ihre Macht auszuleben. Von Dorothea Backovic

Nun soll den Opfern, die auch heute noch unter traumatischen Erfahrungen leiden, endlich geholfen werden. Nach zwei scheinbar endlosen Jahren einigte sich der Runde Tisch Heimerziehung auf eine Lösung: Die heute erwachsenen Heimkinder sollen mit einem 120-Millionen-Euro-Fonds entschädigt werden. Pro Kopf und geschundener Seele gibt es 2000 bis 4 000 Euro - ein ziemlich dürftiger Betrag für eine grauenhafte Jugend.

Das Geld aus dem Fonds wirkt lediglich wie ein mickriges Trostpflaster. 4000 Euro können das Leid dieser Menschen nicht mildern. Doch welcher Betrag könnte das? Vielleicht die von den Opfern geforderten 54.000 Euro pro Person? Wahrscheinlich auch nicht. Die Entschädigung kann immer nur eine symbolische sein. Aber kein Geldbetrag - und sei er noch so hoch - kann jemals die Narben einer verletzten Psyche verschwinden lassen.

Quelle: op-online.de

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