Deutsche Bahn

Kommentar: Gewinne reinvestieren

Ältere erinnern sich noch gut an jene Zeiten, in denen man auf deutschen Bahnhöfen seine Uhr nach ein- und abfahrenden Zügen stellen konnte. Pünktlichkeit, Sicherheit und Zuverlässigkeit der Bahn waren legendär. Die Zugverbindungen waren nicht so dicht getaktet wie heute. Die Züge fuhren langsamer. Von Tibor Pézsa

Das Staatsunternehmen Bahn produzierte Jahr für Jahr Milliardenschulden. Als Bahn-Chef Hartmut Mehdorn 2009 nach zehnjähriger Amtszeit abtrat, hatte die Bahn 110.000 Mitarbeiter weniger. Das Streckennetz war löcheriger geworden. Superschnelle ICE-Züge sorgen zwar fürs Hightech-Image und ein paar erstklassige Verbindungen, versorgen aber längst nicht jede Großstadt.

Pannen, Unpünktlichkeit und Vertrauensverlust gehören heute zur Bahn wie Schnee zum Winter. Aber sie ist ein ertragreiches Unternehmen geworden.

Noch immer gehört die Bahn dem Staat, also uns allen. Wir brauchen aber keine Bahn, die möglichst hohe Gewinne einfährt, sondern eine, die das Land bei ausgeglichener Bilanz möglichst pünktlich, sicher und zuverlässig am Laufen hält. Das ist die Entscheidung, die jetzt in Berlin zu treffen ist. Die Gewinne der Bahn gehören reinvestiert, mindestens. Vielleicht ist größerer Schaden so noch zu verhindern.

Quelle: op-online.de

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