Gleichklang ohne jede Absprache

Offenbach/Bonn - Autofahrer in Deutschland sind den Mineralölkonzernen ausgeliefert. In dieser Einschätzung sind sich die Autofahrer selbst und das Bundeskartellamt einig. Von Ralf Enders

Die Bonner Behörde unter ihrem Chef Andreas Mundt wagt nun erneut einen Vorstoß gegen die dreiste Preispolitik der Tankstellenketten. Mundt sagte gestern, er wolle „ein bisschen Unruhe“ in das „in sich ruhende Oligopol“ bringen.

Am Pranger stehen Aral/BP, Shell, Jet, Esso und Total. Sie verkaufen dem Kartellamt zufolge ihren Kraftstoff viel zu teuer an freie Tankstellen und verhinderten so einen Wettbewerb. Zudem, so Behördensprecher Jan Lohrberg, gebe es „eingeübte Verfahren“ der Preiserhöhung. Dies geschehe ohne Absprachen, funktioniere aber prächtig, manchmal mehrmals am Tag und vor allem vor Wochenenden und Festen wie Ostern.

Die Maßnahmen, die dem Kartellamt vorschweben, würden die Konzerne entflechten und ihre Macht einschränken. Genau hier aber liegt das Problem: Sprecher Lohrberg zufolge ist hier nicht seine Behörde, sondern die Politik in der Pflicht.

Das Kartellamt könne zudem nur Bußgelder verhängen, wenn sich der Missbrauch von Marktmacht beweisen lasse. So blöd, im Klartext gesprochen, sind die Konzerne freilich nicht. „Für eine derartige Absprache oder Abstimmung der Mineralölkonzerne gibt es keine Belege“, heißt es in Bonn.

Bis sich die Konzerne doch einmal die Blöße eines Fehlers geben oder die Politik sie endlich in die Schranken weist, bleibt dem Verbraucher eigentlich nur eines: konsequent die preiswerteste Tankstelle suchen und Sprit sparen, wo es eben geht.

Quelle: op-online.de

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