Gorch-Fock-Affäre bald beendet

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Im Juni folgt der Abschlussbericht zur "Gorch-Fock"-Affäre.

Hamburg - Die "Gorch Fock"-Affäre neigt sich langsam dem Ende zu. Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) kündigte für Juni einen Abschlussbericht der Vorfälle an.

Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hat für Juni einen Abschlussbericht seines Ministeriums zu den Vorfällen auf dem Segelschulschiff “Gorch Fock“ angekündigt. Das geht aus einem Schreiben des Ministers an den Verteidigungsausschuss des Bundestags hervor, wie die “Financial Times Deutschland“ (Freitagausgabe) vorab berichtete.

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Es sei seine Absicht, “so zeitgerecht Stellung zu nehmen, dass eine Beratung im Verteidigungsausschuss in der ersten Sitzung im Juni vorgesehen werden könnte“, heißt es darin. Laut de Maizière soll in den Abschlussbericht die Entscheidung der Kieler Staatsanwaltschaft zum Tod einer Offiziersanwärterin an Bord des Ausbildungsschiffs im November 2010 einfließen.

Außerdem sollen darin der noch ausstehende Bericht des Havariebeauftragten der Marine sowie der bereits vorliegende Bericht einer Untersuchungskommission der Marine Berücksichtigung finden. Die Marinekommission hatte ihre Bewertung der Vorfälle nach Abschluss der Befragungen der Mannschaft im März vorgelegt. Darin wird der suspendierte Kommandant Norbert Schatz weitgehend entlastet. Diese Einschätzung hatte sich das Ministerium aber ausdrücklich nicht zu eigen gemacht

Derweil ist die “Gorch Fock“ zurück in heimischen Gewässern. Das Segelschulschiff der Marine fuhr am Donnerstagmittag in die Strander Bucht ein, wenige Kilometer vom Heimathafen Kiel entfernt. Dort wird der Dreimaster am Freitag feierlich begrüßt. 1500 Angehörige, Freunde und Kollegen wollen kommen. Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hob die seemännischen Herausforderungen hervor, die die Besatzung bewältigen musste.

Die “Gorch Fock“ war auf ihrer achteinhalbmonatigen Südamerika-Reise wiederholt in Negativschlagzeilen geraten. Im November stürzte eine Kadettin bei der Ausbildung aus der Takelage in den Tod. Später gab es Berichte über angebliche Schikanen und unwürdige Rituale, die eine Marine-Kommission aber weitgehend entkräftete.

dapd/dpa

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