Gysi: Neue Zweifel an seiner Vergangenheit

+
Linke-Chef Gregor Gysi

Berlin - Gregor Gysi hat eine Zusammenarbeit mit der Stasi immer vehement abgestritten. Ein neues Dokument lässt aber Zweifel aufkommen.

Das könnte den Linke-Chef in große Schwierigkeiten bringen: "Welt Online" hat auf ihrer Internetseite ein Dokument veröffentlicht, das die Kontakte von Gysi zur DDR-Geheimpolizei belegen soll. Ganz offiziell - er ist mit Klarnamen genannt - berichtete der Linke-Chef darin zwei Stasi-Offizieren von einem Interview, das er am Vortag mit dem Magazin "Spiegel" geführt hatte. Wie das Blatt weiter schreibt, bestritt ein Sprecher Gysis, dass dieses Treffen am 16. August 1989 stattgefunden hätte.

Gysi, der damals als Anwalt arbeitete und Vorsitzender des Rates der Rechtsanwaltskollegien der DDR war, beschwert sich dem Dokument zufolge, dass die "Rechtsanwaltschaft der DDR zunehmend vom Staat auch ,international ins Feuer geschickt´ werde." Als Beweis soll er "die steigende Anzahl von Interviewgenehmigungen für westliche Massenmedien" angeführt haben, "die konkret seine Person betreffen". Gysi habe der Abteilung Staat und Recht des Zentralkomitees der SED im Vorfeld empfohlen, das Interview für den "Spiegel"  aus Gründen der "Unseriösität des Blattes und den damit verbundenen Gefahren für eine ordnungsgemäße Wiedergabe" nicht zu genehmigen. Diese Vermutung fand er laut dem Bericht bestätigt. Die Fragen des "Spiegel"-Redakteurs seien eindeutig darauf ausgerichtet gewesen, ihn in eine "Kontraposition zum Staat zu zwingen".

Ein Sprecher Gysis sagte dem Blatt, der Politiker habe seinerzeit über das Interview mit Freunden, Angehörigen, Kollegen und sicher noch am selben Tag mit einem Mitarbeiter der Abteilung Staat und Recht des ZK der SED telefonisch oder persönlich gesprochen. Dies habe dazu gedient, die Autorisierung des Interviewtextes vorzubereiten - wozu dann aber niemand bereit gewesen wäre.

Gregor Gysi hatte Kontakte zur Staatssicherheit immer bestritten. "Welt Online" zitiert Aussagen des Politikers vom Mai 2008. Damals hatter er sich in einer Aktuellen Stunde im Bundestag folgendermaßen geäußert: "Ich brauchte keine Kontakte zur Staatssicherheit. Sie waren gar nicht nötig, entsprachen weder meinem Stil noch meiner Würde." 

Brisant sei das neue Dokument deshalb, weil Gysi in Presserechtsprozessen an Eides statt versichert habe, der Staatssicherheit weder über Mandanten noch über sonst jemanden Informationen geliefert zu haben.  

sr

Quelle: op-online.de

Kommentare