Griechenland-Krise

Kommentar: Europa senkt den Daumen

Die Chancen, dass Griechenland in der Eurozone bleiben kann, schwinden. Lediglich die EU-Kommission signalisiert noch so etwas wie Durchhaltewillen. Ansonsten ist dies die Stunde der Skeptiker. Von Thomas Grewe

Angeführt werden sie nicht zufällig von den FDP-Frontmännern Rösler und Brüderle, die kund tun, eine Pleite Griechenlands habe ihren Schrecken verloren. Interessant wäre die Aufklärung darüber, wie es kommt, dass heute hinzunehmen ist, was vor Monaten unter allen Umständen vermieden werden musste.

Griechen haben Geduld strapaziert

Sicher haben die Griechen die Geduld der Geberländer maximal strapaziert. Ihr Reformwille blieb im Grunde ein Versprechen. Aber das, was ihnen abverlangt wurde, war wenig mehr als die Quadratur des Kreises: Kürzen, streichen, sparen und dabei Aufbruchstimmung und Wachstum zu erzeugen – und das adhoc, kann nicht funktionieren.

Erinnert sei an das Kohl-Wort von den blühenden Landschaften, die mit Einführung der D-Mark in den damals noch neuen Bundesländern entstehen sollten.

Es hat den Anschein, als haben die Fristen, die man den Griechen setzte, vor allem dazu gedient, bei den Geberländern Zeit und Instrumente zu beschaffen, um den Absturz der Griechen vorzubereiten.

Quelle: op-online.de

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