Große Politikverdrossenheit bei Deutschen

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Bundeskanzlerin Merkel und ihre Kollegen im Bundestag haben mit der Politikverdrossenheit der Bürger zu kämpfen.

Hamburg/Berlin - Laut einer Forsa-Umfrage ist die Politikverdrossenheit in Deutschland weiter gestiegen. Das Vertrauen in die Politiker ist gering. 63 Prozent der Befragten glauben, dass Politiker im eigenen Interesse handeln.

Die Deutschen sind vom politischen Geschehen so frustriert wie noch nie. Das zeigt eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Magazins “Stern“. Auf die Frage, was das größte Problem des Landes sei, nannten demnach spontan 35 Prozent der Befragten die Unzufriedenheit über Politiker und Parteien - so viele wie nie zuvor in dieser Umfrage. Im Februar waren es noch 28 Prozent, wie der “Stern“ am Mittwoch berichtete.

Die Politikverdrossenheit liegt in der Rangfolge der Probleme deutlich an der Spitze. So sahen etwa lediglich 26 Prozent der Befragten die Arbeitslosigkeit als größtes Problem. 24 Prozent nannten den Atomausstieg, 20 Prozent Preissteigerungen.

Auf die Frage, ob Politiker und Parteien eine klare Linie verfolgten, antworteten 83 Prozent mit Nein und urteilten zudem, die Politik sei sprunghaft und unberechenbar. Nur 37 Prozent fanden, die Politiker machten ihre Arbeit im Großen und Ganzen eher gut, die Mehrheit (56 Prozent) war gegenteiliger Ansicht. Lediglich ein Viertel der Bürger meinte, die Politiker hätten die Probleme in Deutschland relativ gut im Griff.

63 Prozent der Befragten zeigten sich davon überzeugt, dass die Politiker nicht die Interessen das Landes im Blick hätten, sondern eher auf ihren eigenen Vorteil bedacht seien. 69 Prozent sagten auch, dass die Volksvertreter angesichts einer komplizierter werdenden Welt überfordert seien.

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hatte am 27. und 28. April 1.003 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger befragt.

dapd

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