Großer Ärger über Abzocke durch Blitzer

Offenbach ‐ Mit seiner Freispruch-Serie für Temposünder hat ein Herforder Richter auch im Rhein-Main-Gebiet eine Debatte über Radarfallen ausgelöst. Automobilclubs, Anwälte und die Mehrheit bei einer Umfrage warnen vor Abzocke. Von Peter Schulte-Holtey

Der Richter kritisiert, dass es keine verbindlichen Regeln gibt, wann und wo und mit welchen Geräten die Geschwindigkeit gemessen werde. Es müsse geklärt werden, dass es beim Blitzen um die Verkehrssicherheit und nicht ums Geldverdienen gehe.

Herbert Engelmohr vom Automobilclub von Deutschland lehnt Radarfallen ab, „wenn sie nur der Abzocke der Bürger dienen und etwa knapp vor oder hinter Ortsein- und -ausgangsschildern stehen“. Radarkontrollen sollten nur dort gemacht werden, wo sie der Verkehrssicherheit dienen, etwa vor Kindergärten, Schulen und Altenheimen sowie an Unfallschwerpunkten.

32.000 Autos geblitzt oder angehalten

Ähnlich äußerte sich Cornelius Blanke vom ADAC Hessen-Thüringen: Wenn die Kriterien Gefahrenabwehr, Unfallverhütung und Verkehrssicherheit für einen Blitzer-Einsatz nicht vorliegen würden, könne man von den Betroffenen auch keine Einsicht in ihr Fehlverhalten erreichen.

Unterdessen drücken viele Hessen weiter kräftig aufs Gaspedal. Bei drei landesweiten Geschwindigkeitskontrollen wurden zuletzt innerhalb weniger Wochen 32.000 Autos geblitzt oder angehalten. 12.400 Fahrer wurden angezeigt. Vielleicht werden manche Betroffene neidvoll nach Herford gucken, denn der inzwischen bundesweit bekannte Richter kündigte an, 30 weitere Temposünder ohne jede Strafe ziehen lassen.

Quelle: op-online.de

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