"GuttenPlag": Fast 50 Prozent abgeschrieben

+
Laut GuttenPlag Wiki sind 50 Prozent von Guttenbergs Doktorarbeit ein Plagiat.

München/Bayreuth - Laut "GuttenPlag Wiki" soll beinahe die Hälfte der Doktorarbeit von Karl-Theodor zu Guttenberg ein Plagiat sein. Was die Plagiatssucher gefunden haben:

8061 von insgesamt 16325 Zeilen der Doktorarbeit "Verfassung und Verfassungsvertrag. Konstitutionelle Entwicklungsstufen in den USA und der EU" des ehemaligen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg sollen abgeschrieben sein. Die freiwilligen Plagiatssucher von "GuttenPlag Wiki" haben nach eigenen Angaben auf 324 der 393 Seiten umfassenden Arbeit plagiierte Stellen gefunden. Auf der Website von "GuttenPlag" heißt es: "Es sind nun 891 Plagiatfragmente aus über 120 verschiedenen Quellen (...)dokumentiert."

"Copy, paste, delete": Das schreibt die Presse über Guttenberg

"Copy, paste, delete": Das schreibt die Presse über Guttenberg

Die Internetplattform hatte am Dienstag nach dem Rücktritt zu Guttenbergs einen Zwischenbericht vorgelegt und eine Stellungnahme zur Entscheidung des Verteidigungsministers abgegeben. "Wir bedauern, dass Herr Freiherr zu Guttenberg bei der Ankündigung seines Rücktritts keine klaren Worte zur offensichtlichen Täuschungsabsicht und zur Urheberschaft der Dissertation gefunden hat. Der Rücktritt des Bundesministers der Verteidigung war nicht Ziel dieses Projekts", schreiben die Verantwortlichen.

Außerdem wollen die Plagiatssucher ihre Untersuchung der Dissertation fortsetzen, um die Umstände, unter denen die Arbeit entstanden ist, umfassend aufzuklären. Weiter kündigt "Guttenplag-Wiki" an, die Ergebnisse der Untersuchung in einem Abschlussbericht vorstellen zu wollen.

Derweil läuft an der Uni Bayreuth die offizielle Untersuchung der Arbeit. Wie Präsident Rüdiger Bormann gegenüber der "Berliner Zeitung" sagte, werde die Uni die im Internet veröffentlichten Fakten detailliert prüfen und aufarbeiten. Dann wolle die Kommission auch zu der Frage Stellung nehmen, ob Guttenberg bewusst getäuscht habe.

Diese Frage sei nach wie vor strittig, deshalb wolle die Universität auch externen Rat einholen. Für die Überprüfung werden die Gremien noch einige Wochen brauchen.

Sollte sich herausstellen, dass Guttenberg bewusst abgeschrieben habe, "könnte das Ergebnis auch für die Staatsanwaltschaft von Interesse sein", sagte Bormann der "Berliner Zeitung".

kb

Kommentare