"Hallo Kai, hier ist der Christian"

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Eine E-Postkarte mit der neuesten Boulevard-Schlagzeile zur Causa Wulff.

München – Die Privatkredit-Affäre wurde zu Drohanruf-Affäre. Bundespräsident Christian Wulff tut sich mit seinem Krisenmanagement dieser Tage keinen Gefallen. Grund genug für die Internetgemeinde, ihn mit Hohn und Spott zu überhäufen.

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Der Bundespräsident ruft beim Chefredakteur der größten deutschen Boulevardzeitung an, droht und bettelt, einen Artikel über ihn nicht zu veröffentlichen. Diese Tatsache allein ist eigentlich schon Grund genug, sich vor Lachen zu schütteln. Weil sich aber Deutschland fragt, wie genau die Nachricht von Christian Wulff auf der Mailbox von Kai Diekmann geklungen haben mag, hilft der WDR mit einem Stimmenimitator nach. „Hallo Kai, hier ist der Christian. Nee, nochmal. Hallo Herr Diekmann, hier spricht Christian Wulff“, ist da zu hören. „Für meine Frau und mich ist der Rubikon aber sowas von überschritten.“ Ein Twitter-Nutzer hat für dieses Verhalten auch schon einen neue Wortschöpfung parat: „wulffen“ bedeute, jemanden auf die Mailbox zu schimpfen.

Vom Schülersprecher zum Bundespräsidenten - Wulffs politisches Leben in Bildern

Christian Wulffs politisches Leben in Bildern

Das Titanic Magazin  erfindet eine neue Boulevard-Schlagzeile: „Dieser Milchbubi ist der Bild-Erpresser!“ Zu sehen ist ein Portrait von Christian Wulff, der mit einem Handy telefoniert. Das ganze ist als E-Postkarte zu verschicken.

Wie Christian Wulff sich kurz nach seiner öffentlichen Erklärung über die Reaktionen seiner Kritiker lustig gemacht haben könnte, hat die Redaktion von stern.de nachempfunden. Auf einer gefakten Facebook-Seite ist am 22. Dezember etwa folgender Post des Bundespräsidenten zu lesen: „Meine persönliche Erklärung war ein voller Erfolg. Ihr hättet die Gesichter sehen sollen, als ich gesagt habe: ,Wir werden auch 2012 weiterhin gut zusammenarbeiten`, hehe. Angela Merkel kommentiert das mit: „Gut gemacht, Christian.“ Und auch Carsten Maschmeyer meldet sich zu Wort: „Mir hat am besten diese Passage gefallen: ,Persönliche Freundschaften, die mir auch menschlich wichtig sind.`“ Und dazwischen ist immer wieder zu lesen, wie Bild-Chefredakteur Kai Diekmann um einen Rückruf bittet.

„Verpasster Anruf – Christian Wulff“ ist derzeit auf zahlreichen iPhones zu lesen. Ein Foto mit diesem Text, dass man sich auf sein Handy laden kann, wird in sozialen Netzwerken getauscht. Offenbar ruft der Bundespräsident ganz Deutschland an und untersagt den Bürgern, nicht mehr über die Kreditaffäre und seine Telefonate mit dem Springer-Konzern zu reden. Auch der Satireblog „Der Postillon“ springt auf diesen Zug auf und berichtet über Betroffene, die einen Anruf von Wulff erhalten haben.

Satiriker Martin Sonneborn zeigt dagegen Mitleid mit Christian Wulff. Auf seiner Facebook-Seite macht Sonneborn Werbung für Autogrammkarten des Bundespräsidenten-Paares – wer weiß schon, wie lange die noch zu haben sind? „Kaufen, kaufen, kaufen“, lautet deshalb Sonneborns Aufruf zu den Bildern die Christian und Bettina Wulff in staatstragender Abendgarderobe zeigen.

Mit einem potentiellen Nachfolger Wulffs beschäftigt sich die Internetseite bundespraesident-gesucht.de. Dort werden geeignete Nachfolger gesucht - insgesamt sind schon über 4800 Vorschläge eingegangen: Von Thomas Gottschalk über Stromberg, Rudolf Scharping, Florian Silbereisen bis Rumpelstilzchen sind alle infrage kommenden Persönlichkeiten dabei. Einzige Bedingung: Sie müssen die Fußstapfen, die Christian Wulff hinterlassen hat, ausfüllen können.

lot

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