Nahost-Konflikt

Hamas und Fatah einigen sich: Israel verärgert

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Vertreter der Palästinenser im Westjordanland und im Gazastreifen vereinbarten am Mittwoch in Gaza-Stadt die Bildung einer Einheitsregierung.

Gaza/Jerusalem - Israel hat höchst verärgert auf eine neue Einigung der Palästinenserorganisationen Hamas und Fatah reagiert.

Die radikal-islamische Hamas und die gemäßigte Fatah wollen binnen fünf Wochen eine gemeinsame Übergangsregierung bilden, wie beide Seiten am Mittwoch in Gaza mitteilten. Präsidenten- und Parlamentswahlen sollen innerhalb eines halben Jahres folgen.

Israel sagte nach der Mitteilung über die innerpalästinensische Einigung ein für Mittwochabend geplantes Vermittlungstreffen mit den Palästinensern ab. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas (Fatah) habe nun „Hamas und nicht den Frieden gewählt“, sagte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nach Angaben seines Büros. „Wer Hamas wählt, will keinen Frieden.“

Abbas betonte hingegen, die Versöhnung mit Hamas stehe nicht im Widerspruch zu weiteren Friedensgesprächen mit Israel. Die Palästinenser seien „ausdrücklich weiter einer gerechten Friedensregelung verpflichtet, die auf einer Zwei-Staaten-Lösung basiert“, sagte Abbas nach Angaben der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa. Israels Chefunterhändlerin Zipi Livni wertete die innerpalästinensische Einigung hingegen als „sehr problematische Entwicklung, die den Friedensbemühungen schadet“. Livni sagte: „Angesichts der neuen Lage muss Israel seine Schritte neu überdenken.“

Bei einem israelischen Luftangriff im nördlichen Gazastreifen wurden unterdessen am Mittwochabend sieben Palästinenser verletzt. Kurz darauf schlugen in Israel wieder drei aus dem Gazastreifen abgefeuerte Raketen ein.

Eine enge Zusammenarbeit von Fatah und Hamas würde die seit Juli laufendenden Friedensgespräche mit Israel vermutlich endgültig zum Scheitern verurteilen. Die israelische Regierung stuft die Hamas als Terrororganisation ein und lehnt sie als Gesprächspartner rundheraus ab. Die Hamas lehnt ihrerseits die von Abbas geführten Friedensverhandlungen ab. Das Fatah-Zentralkomitee will am Samstag in Ramallah tagen und dann entscheiden, wie es mit den Friedensgesprächen weitergeht.

Auch der Palästinensische Nationalrat, das Exilparlament, soll neu gewählt werden, wie der Hamas-Führer Ismail Hanija bei einer Pressekonferenz mit Asam al-Ahmed mitteilte, dem Leiter einer Delegation der Dachorganisation Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO). Die Vereinbarung sieht auch die Aufnahme der Organisationen Hamas und Islamischer Dschihad sowie mehrerer Splittergruppen in die PLO vor.

Ähnliche Vereinbarungen zwischen Hamas und Fatah gab es in den Jahren 2011 und 2012, sie wurden allerdings nie umgesetzt. Beide Seiten konnten sich nicht auf die Einzelheiten wie beispielsweise einen Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten einigen.

Neben Israel betrachten auch die Vereinigten Staaten und andere Länder die Hamas wegen ihrer Anschläge auf Israelis als Terrororganisation. Die Palästinensische Autonomiebehörde unter Leitung von Abbas regiert nur im Westjordanland. Im Gazastreifen hat die Hamas nach einem blutigen Bruderkrieg mit der Fatah 2007 die alleinige Kontrolle übernommen.

Die Nahost-Friedensgespräche unter US-Vermittlung stehen neun Monate nach ihrem Beginn vor dem Scheitern. Die vereinbarte Frist für die Gespräche endet am Dienstag. Als Bedingung für eine Fortsetzung der Verhandlungen fordert Abbas, Israel müsse für drei Monate den Wohnungsbau für jüdische Siedler im Westjordanland und in Ostjerusalem stoppen. Er verlangt außerdem, dass eine letzte Gruppe von palästinensischen Langzeitgefangenen - wie mit Israel vereinbart - freigelassen wird. Zudem müsse sich Israel bereiterklären, ernsthaft über den künftigen Grenzverlauf zu verhandeln, sagte Abbas. Es müsse klar sein, dass ein unabhängiger Palästinenserstaat in den Grenzen von 1967 und mit Ostjerusalem als Hauptstadt entstehen werde.

dpa

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