„Handel mit Daten blüht“

+
Zu viele Internet-Benutzer machen sich zu wenige Gedanken über ihre Daten.

Offenbach ‐ Jeder zweite Internetnutzer hat ein Online-Profil - und ebenfalls jeder Zweite weiß über Datenschutz nicht bescheid. Vor allem Kinder und Jugendliche scheinen sich im Wettstreit zu befinden, wer die meisten Kontakte hat. Auch die EU-Kommission ruft zu erhöhter Wachsamkeit im Netz auf.

Medienkommissarin Neelie Kroes weiß, dass die Lösung nicht darin besteht, „das Internet zu verriegeln. Stattdessen müssen wir den Menschen helfen, es auf eine gute Art zu nutzen. Darin besteht die Verantwortung von Eltern, Lehrern und natürlich von den Kindern selbst.“ Mit Ute Bitter, Pressesprecherin der Verbraucherzentrale Hessen, sprach unser Redaktionsmitglied Ralf Enders:

Jeder Zweite veröffentlicht mehr oder weniger interessante Angaben über sich. Kann es da wie bei einem Tattoo gehen: Es stört irgendwann, man wird's aber nicht mehr los?

Jeder, der etwas über sich in sozialen Netzwerken veröffentlicht, muss sich darüber im Klaren sein, dass diese Informationen einem anonymen Personenkreis zugänglich sind. Was in erster Linie für den eigenen Freundes- oder Bekanntenkreis gedacht war, kann genau so gut von einem künftigen Arbeitgeber oder von weniger wohlwollenden Mitmenschen gelesen und genutzt werden. Man sollte sich daher immer wieder die Frage stellen, welche Informationen über sich selbst einer breiten Öffentlichkeit zugänglich sein sollten.

Soziale Netzwerke bringen auch Spaß oder Hilfe. Was sind die wichtigsten Ratschläge aus Sicht des Verbraucherschutzes für ein relativ unbeschwertes virtuelles Leben?

Viele Tipps zu den Themen Internet und Telekommunikation bietet die Verbraucherzentrale auf ihrer Internetseite.

Um einem etwaigen Datenmissbrauch vorzubeugen, sollte man so wenige persönliche Daten wie möglich veröffentlichen. Zudem kann man als Nutzer sozialer Netzwerke Berechtigungen verteilen: Wer darf meine privaten und geschäftliche Daten überhaupt einsehen? Wer soll etwa auf das Benutzerprofil, persönliche Fotos oder Videos Zugriff haben? Wer darf mit mir Kontakt aufnehmen? Sollen meine Daten und Inhalte auch für Suchmaschinen auffindbar sein?

Abgesehen von privaten Schnüfflern: Wie profitieren Unternehmen von dem allzu sorglosen Umgang vieler Internetnutzer mit ihren persönlichen Daten?

Der Datenhandel blüht ungeachtet aller Datenschutzskandale der letzten Jahre weiter. Im Internet veröffentlichte Daten können auch von Anbietern zu Werbezwecken genutzt werden. Daher ist es wichtig, die Datenschutzbestimmungen der sozialen Netzwerke zu kennen, an denen man sich beteiligen möchte. Nach Möglichkeit sollte man sich für soziale Netzwerke entscheiden, die die Daten ihrer Nutzer nicht an Dritte weitergeben.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare