Kommentar: Hehre Wünsche

Das wird viele überraschen: Der „Monitor Familienleben“ zeigt, dass eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf vielen Bürgern wichtiger ist als Steuersenkungen oder die Gesundheitsreform. Von Peter Schulte-Holtey

Bundesministerin Kristina Schröder formuliert auch gleich das hehre Politikziel, familienbewusste Arbeitszeiten durchsetzen. Allerdings ist diese Forderung im Moment nicht mehr als ein Wunschtraum. Die Realität sieht in den meisten Betrieben völlig anders aus. Zunehmende Schichtarbeit hat die Situation sogar verschärft, stark schwankende Arbeitszeiten sind üblicher geworden. Ausbaden müssen es in den meisten Fällen die Frauen. Als Mütter brechen sie eine berufliche Karriere ab oder arbeiten in Teilzeitjobs.

Angst vor Arbeitsplatzverlust verbreitet

Vor allem die Angst vor einem Arbeitsplatzverlust ist weit verbreitet, bremst alle Forderungen nach mehr Familienfreundlichkeit aus. Sogar für Betriebsräte ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine Sache für bessere Zeiten. Und leider zögern auch viele Paare, da sie wissen, dass der Wegfall oder die Minderung eines Familieneinkommens zu drastischen finanziellen Einschnitten führt.

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Der Schlüssel zur Lösung des Problems liegt in der vollständigen Anerkennung der Kindererziehung als gleichwertige Leistung. Wer seine Kinder großzieht, leitet schließlich ein „Familienunternehmen“, die Anforderungen für diesen Job sind enorm. Erst wenn Erwerbstätigkeit und Familienarbeit in ihrer Wertigkeit auf Augenhöhe stehen, wird sich die Lage entspannen.

Quelle: op-online.de

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