Die Hochwasser-Katastrophe

Kommentar: Nach uns die Sinflut

Toll, diese Hilfsbereitschaft in den überfluteten Gebieten Deutschlands. Den in den letzten Wochen gezeigten Gemeinsinn, die selbstlose Hilfsbereitschaft haben viele nicht (mehr) für möglich gehalten. Warum eigentlich? Von Frank Pröse

Wir sind offensichtlich nicht das Volk von Egoisten, für das wir uns selber halten. Zu konstatieren ist eine Flut tatkräftiger Hilfe für eventuell ein Dankeschön. Irritierend wirkt die Anteilnahme im Rest der Republik. Die lässt zu Wünschen übrig, war sie doch 2002 viel größer, quasi die Spendenwelle einer Nation der Flutbürger. Alle saßen in einem Boot, Opfer und Mitfühlende.

Heute ist die Lage unübersichtlich, geografisch wie politisch. Diese Katastrophe ist Egoismen auf Seiten der Bürger geschuldet, aber auch falscher Politik. Zusammen hat das besseren Hochwasserschutz verhindert. Auf großzügige Spenden aber kann niemand hoffen, der nach der ersten Jahrhundertflut das Geld zur Schadensbeseitigung genommen, aber keine Lehren aus dem Unheil gezogen hat. In Grimma sollte kein Deich den Blick auf den Fluss verstellen. Derlei Nachrichten erschweren das Sammeln von Spenden; zumal die Kanzlerin ohnehin alle noch zur Zwangsspende verdonnern wird.

Der Zeitpunkt richtet sich danach, wie der Acht-Milliarden-Fluthilfe-Fonds gefüllt wird. Steuererhöhungen und eine Anhebung des Soli-Zuschlags wirkten sofort, sind allerdings angesichts des bevorstehenden Wahltermins so gut wie ausgeschlossen. Bleiben höhere Schulden, was die Kanzlerin auch favorisiert. Die Schulden von heute sind freilich die Steuererhöhungen von morgen. Angela Merkel handelt also einmal mehr nach dem Motto: Nach mir die Sintflut.

Deutschland unter Wasser

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Quelle: op-online.de

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