Hohe Hürden beim Wechsel

Offenbach - Mehr Leistungen bei geringeren Kosten - mit diesem Versprechen werden insbesondere jüngere und gesunde Gutverdiener zu einem Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung animiert.

Wer wechseln kann, sollte sich diesen Schritt jedoch sehr sorgfältig überlegen. Denn ein Zurück ist nur schwerlich möglich. Das bekommen derzeit viele Privatversicherte mit Wechselabsicht zu spüren. Unsere Redaktionsmitglied Peter Schulte-Holtey fragte bei Dr. Ilona Köster-Steinebach, Gesundheitsreferentin beim Bundesverband Verbraucherzentralen, nach:

Warum wird es Privatversicherten so schwer gemacht?

Der Gesetzgeber hat mit gutem Grund hohe Hürden vor der Rückkehr in die Gesetzliche Krankenversicherung aufgebaut. Damit soll das Trittbrettfahrerverhalten vermieden werden, in jungen Jahren von niedrigen Beiträgen der PKV zu profitieren, ohne die Solidargemeinschaft zu unterstützten, auf diese aber später bei Bedarf zurückzugreifen. Deshalb sollte man sich vor allem den Schritt aus der gesetzlichen Krankenversicherung heraus sehr sorgfältig überlegen und sich nicht von kurzfristigen Vorteilen blenden lassen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband befürwortet sogar, vor diesem weitreichenden Schritt eine verpflichtende Beratung durch eine neutrale Stelle.

Eine Rückkehr in die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ist - abgesehen von Sonderfällen etwa bei Auslandsaufenthalten - nur in wenigen Konstellationen möglich ...

Genau! Die Option besteht in folgenden Fällen: Man war in den letzten fünf Jahren mindestens 24 Monate in der GKV, man verdient als abhängig Beschäftigter weniger als die Jahresarbeitsentgeltgrenze von 45 900 Euro brutto/Jahr oder man wird arbeitslos und bezieht Arbeitslosengeld. Diese Optionen greifen aber nur, wenn man noch unter 55 Jahre alt ist, danach ist die Rückkehr in die GKV nochmals erheblich erschwert und in der Realität oft, zum Leidwesen der Betroffenen, unmöglich.

Was gilt für Rentner?

Für sie können sich in der GKV finanzielle Nachteile ergeben, wenn sie nicht mehr als 9/10 ihrer gesamten Beschäftigungszeiten gesetzlich versichert waren. Wer sich Sorgen über seine Beitragsentwicklung macht, sollte sich also möglichst frühzeitig und umfassend informieren und sich bietende Gelegenheiten zur Rückkehr ernsthaft prüfen. Unterstützende Beratung bieten hier auch die Verbraucherzentralen vor Ort.

Quelle: op-online.de

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