Obamas Sicherheitsberater geht

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James Jones

Washington - US-Präsident Barack Obama muss auf einen weiteren engen Berater verzichten: Nach abwertenden Äußerungen im Zuge der Debatte über den Afghanistan-Krieg nimmt sein Sicherheitsberater, General James Jones, den Hut.

Der Journalist Bob Woodward berichtet in seinem neuen Buch “Obama's Wars“ (Obamas Kriege), Jones habe andere Berater Obamas im Zuge der Afghanistan- Debatte vor einem Jahr als “Wasserwanzen“, “Mafia“ und “Politbüro“ beschimpft. Obama hatte laut Woodward in der Debatte seine Sicherheitsberater und Militärs immer wieder aufgefordert, einen Plan für ein Ende des Krieges vorzulegen. Zwar war der Rückzug des Vier-Sterne-Generals seit längerem erwartet worden, doch die Berichte über seine Kritik hätten die Entscheidung beschleunigt, meinte die “New York Times“ am Freitag. Obama wolle die Entscheidung noch im Laufe des Freitags (Ortszeit) bekanntgeben.

Jones war von 2003 bis 2006 oberster NATO-Kommandeur in Europa, bevor er nach 40 Jahren Dienst aus dem Militär ausschied. Neuer Sicherberater wird der bisherige Vize, Thomas Donilon, der als Experte in Sicherheitsfragen gilt, heißt es weiter. Donilon war in den 90er Jahren Stabschef von Ex-Außenminister Warren Christopher und hatte Obama schon während des Wahlkampfs 2008 in außenpolitischen Fragen beraten. In der Afghanistandebatte vertritt er die Auffassung, dass die USA nicht in einen “endlosen Krieg“ steuern dürften. Jones ist der vierte enge Mitarbeiter, der Obama verlässt.

Unter anderem geht Stabschef Rahm Emanuel, der bei den Bürgermeisterwahlen in Chicago antreten will. Jüngst kündigte Obamas Top- Wirtschaftsberater, Lawrence Summer, seinen Rückzug an; er will wieder als Professor an der Harvard-Universität lehren. Auch seine Kollegin Christina Romer nahm den Hut. Oppositionelle Republikaner meinen bereits, vor der drohenden Niederlage der Demokraten bei den Kongresswahlen am 2. November verließen engste Obamas Vertraute “das sinkende Schiff“.

dpa

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