Kampf gegen Kinderpornos

Kommentar: Licht in die Grauzone

Es war nur eine Frage der Zeit, bis der unappetitliche Fall Edathy in eine öffentliche Debatte über schärfere Gesetze gegen Kinderpornografie und ihre Grauzonen münden würde. Von Lorenz von Stackelberg

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Was sich im allgemeinen unter der Rubrik Populismus ablegen lässt, hat diesmal indes seine Berechtigung. Dabei geht es allerdings weniger um den fürchterlichen Kernbereich, also die Darstellung sexuellen Kindesmissbrauchs, weil Deutschland längst über ein effektives juristisches Instrumentarium verfügt, mit dem Kinderschändern ebenso das widerliche Handwerk gelegt werden kann wie den kriminellen Profiteuren kindlicher Qualen. Das Hauptproblem ist vielmehr, ihrer überhaupt habhaft zu werden. Denn Pädophilen-Zirkel tauschen sich in hermetisch abgeschotteten Kommunikationsräumen aus, und kriminelle Organisationen agieren oftmals aus Drittstaaten, deren Gesetze und Polizeistandards nicht den unseren entsprechen. Da helfen nur mühselige Kriminalisten-Arbeit und staatenübergreifende Kooperation.

Richtig ist es aber, hierzulande die bisher nicht strafbaren Grenzbereiche zur Kinderpornografie stärker auszuleuchten. Dabei kann es natürlich nicht um Nackedei-Motive in privaten Familienalben gehen; wohl aber um den kommerziellen Umgang mit Bildern unbekleideter Kinder im Internet, in Print- oder elektronischen Medien. Man fragt sich, welchem Zweck derartiges Material eigentlich dienen soll außer dem, es unter scheinbar harmlosen Etiketten augenzwinkernd Menschen mit problematischen sexuellen Veranlagungen anzubieten. Hier gilt es juristisch nachzuschärfen bis hin zu Verboten – schließlich sind Kinder keine Handelsware.

Quelle: op-online.de

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