Neues Hepatitis Medikament sorgt für Ärger

Kassen sauer: 700 Euro pro Tablette

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Offenbach - Sehr hohe Therapiekosten für extrem teure Medikamente sorgen für wachsende Unruhe bei den Gesetzlichen Krankenkassen.

Der Verband der Ersatzkassen (vdek) sieht die Politik in der Pflicht und fordert Nachbesserung beim Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz, um den hohen Preisen neuer innovativer Medikamente entgegenzuwirken. Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des vdek: „Insbesondere im Bereich der Krebstherapie oder der seltenen Erkrankungen kommen zahlreiche neue Medikamente oder Wirkstoffe auf den Markt, für die die Pharmahersteller zunächst horrende Preise verlangen, bevor es nach einer ,Schonfrist’ von zwölf Monaten zu einer Preisregulierung durch Preisverhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband kommt.“ Für Ärger sorgt derzeit vor allem ein neues Medikament gegen Hepatitis. Das unter dem Namen Sovaldi vermarktete Präparat hat nach Berechnungen der AOK Niedersachsen seit der Markteinführung im Januar bereits Ausgaben von 123 Millionen Euro verursacht und wird bis Jahresende die Kassen mindestens eine Milliarde Euro kosten. „Es darf nicht sein, dass ein einziges Medikament, welches in der Herstellung geschätzt 100 Euro für einen Behandlungszyklus kostet, zu einem Preis von 60.000 Euro abgerechnet wird“, so AOK-Chef Jürgen Peter.

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Der Gemeinsame Bundesausschuss hatte dem Medikament des Pharmakonzerns Gilead gegen das Votum der Kassen eine bessere Wirkung bescheinigt als älteren Präparaten. Eine einzige Tablette koste mehr als 700 Euro. Je Behandlung rechnen die Krankenkassen mit Therapiekosten von durchschnittlich 50.000 bis 115.000 Euro. Laut AOK könnten sich die Ausgaben für alle Kassen auf fünf Milliarden Euro im Jahr summieren.

psh

Quelle: op-online.de

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