Grüne sinken auf 17 Prozent

Kommentar: Kernthemen nicht aktuell

Blüht jetzt etwa den Grünen das gleiche Schicksal wie der FDP? Nach monatelangem Höhenflug nun ein stetiger Rückgang in der Wählergunst? Von Siegfried J. Michel

Laut dem ZDF-„Politbarometer“ würden „nur noch“ 17 Prozent der Deutschen die Grünen wählen, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, eine Einbuße von zwei Prozentpunkten im Vergleich zur vorangegangenen Umfrage. Ende des Jahres 2010 sahen Meinungsstudien die Grünen sogar noch bei bis zu 21 Prozent. Ein deftiger Rückgang also in wenigen Wochen. Was ist die Ursache dafür?

Derzeit beherrschen überwiegend Themen die Schlagzeilen der Medien, die die Bürger nicht unbedingt zu den Kernkompetenzen der Grünen zählen. Als Beispiele seien hier nur genannt die dramatischen Geschehnisse in der arabischen Welt oder die anhaltende Debatte um die Euro-Krise. Es geht also gerade nicht oder derzeit weniger um verlängerte AKW-Laufzeiten, Atommüllendlager, Stuttgart 21 oder ähnliche Dinge, bei denen die Grünen punkten konnten und können.

Wirklich Sorgen machen müssen sich die Grünen aber wohl nicht, denn sobald sich die (außen-)politische Großwetterlage wieder gedreht hat, werden unter anderem die oben genannten brisanten Indlandsthemen wieder verstärkt in den Vordergrund treten. Denn diese sind ja noch lange nicht vom Tisch.

Und Fakt ist, dass die Grünen im Vergleich zu ihrem Abschneiden bei der Bundestagswahl 2009 noch immer auf ein recht dickes Pluspolster blicken dürfen, als sie 10,7 Prozent erreichten. Bei den derzeit 17 Prozent dürfte es sich also eher um eine gewisse „Momentaufnahme“ handeln.

Dieses Wort benutzt auch gerne FDP-Chef Guido Westerwelle, wenn er zu den miesen Umfragewerten seiner Partei etwas sagen soll, die übrigens im der aktuellen ZDF-„Politbarometer“ abermals nur auf schlappe fünf Prozent kam und damit um den Einzug in den Bundestag bangen müsste. Da handelt es sich allerdings nicht mehr nur um eine Momentaufnahme, denn der Gang durch das Tal der Tränen dauert für die Liberalen, die ja bei der Bundestagswahl auf satte 14,6 Prozent kamen, nun schon Monate.

So zeigt sich, dass der Wähler hier wohl doch über ein ganz gesundes Langzeitgedächtnis verfügt, ob eine Partei etwas gut gemacht hat oder nicht. Und da haben Westerwelle und Co. noch mächtig Aufholbedarf.

Quelle: op-online.de

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