Kritik an Einstellung des Verfahrens

Kinderschutz entsetzt über Edathy-Fall

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Offenbach - 5 000 Euro soll der Kinderschutzbund von Sebastian Edathy bekommen. Das Landgericht Verden stellte den Kinderporno-Prozess gegen den Ex-SPD-Bundestagsabgeordneten gegen Zahlung dieser Geldsumme ein. Die Entscheidung erzürnt Kinderschützer. Von Peter Schulte-Holtey 

Kinderschützer reagieren mit heftiger Kritik auf das Richtervotum im Fall Edathy. Verone Schöninger, Vorsitzende des Kinderschutzbundes in Hessen, spricht von einem „Signal an die Täter, dass sie mit einem Bußgeld davonkommen können und daher ihre Tat ja nicht so schlimm gewesen sein kann“. Bei Nutzern von Kinderpornografie könnte jetzt der Eindruck entstehen, dass „man mit einem Geldbetrag davonkommt, wenn man es nur geschickt anstellt“, sagte sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Was Schöninger zudem empört: „Es ist ein Signal an alle Nutzer dieser Seiten, weiterzumachen wie bisher. Die Kinder und ihr Schutz werden dabei unwichtig. Das darf nicht sein.“

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Redakteur Peter Schulte-Holtey.

Der Kinderschutzbund werde darauf reagieren und sich nun mit seinen Partnern verstärkt gegen Kinderpornografie wenden. Die Verbands-Chefin: „Kinder sind hier die Opfer. Es gilt, sie zu schützen und alles dafür zu tun, dass Kinderpornografie aufhört, ein lukratives Geschäft zu sein. Es darf dafür keine Entschuldigung geben, sondern es bleibt eine Straftat.“ Ähnlich äußert sich der Vorsitzende des Kinderschutzbundes Niedersachsen, Johannes Schmidt: „Die Problematik ,Kinderpornografie im Netz‘ jetzt einfach zu den Akten zu legen, das wäre ein wahnsinnig schlechtes Signal. Die juristische Bewertung ist das eine. Die Botschaft, die auch durch Edathy geschickt wird, ist aber eine andere.“

Quelle: op-online.de

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