Kirgistan erwartet erste Koalitionsregierung

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Wahl in Kirgistan.

Bischkek - Bei der Parlamentswahl im zentralasiatischen Kirgistan führen nach ersten Auszählungen die am Sturz des autoritären Präsidenten Kurmanbek Bakijew beteiligten Kräfte.

Nach dem friedlich verlaufenen Urnengang in der krisengeschüttelten Ex- Sowjetrepublik erhält keine der Parteien die absolute Mehrheit der Stimmen. Das berichteten Medien in der Hauptstadt Bischkek am Sonntagabend nach Schließung der Wahllokale. Alles laufe auf die erste kirgisische Koalitionsregierung hinaus, sagte der Führer der linken Partei Ata Meken (Vaterland), Omurbek Tekebajew. Nach ersten Auszählungen setzten sich vor allem die Sozialdemokratische Partei und Ata Meken unter den insgesamt 29 Parteien durch. Allerdings werden erst am Montag aussagekräftige Ergebnisse erwartet.

Die Wahlbeteiligung in dem Hochgebirgsland an der Grenze zu China lag bei rund 57 Prozent. Ausländische Wahlbeobachter sprachen von einer fairen und freien Wahl mit lebendigem Konkurrenzkampf unter den Parlamentskandidaten. Offen ist allerdings traditionell in dem Land mit seinen festen Clanstrukturen, ob Sieger und Verlierer die Ergebnisse anerkennen - oder ob es zu neuen Unruhen kommt. Viele der 2,8 Millionen Wähler hatten sich nach den vergangenen sechs Monaten mit einem Volksaufstand, Präsidentensturz und blutigen ethnischen Unruhen zwischen Usbeken und Kirgisen nun vor allem Frieden gewünscht.

In Kirgistan hatten die Menschen zuletzt auch für die Einführung einer parlamentarischen Demokratie nach deutschem Vorbild gestimmt. Damit wurden die Vollmachten des Präsidenten drastisch eingeschränkt. Diese erste Demokratie in Zentralasien sei ein politischer Leuchtturm in der Region mit ihren autoritär geführten Ländern wie Kasachstan, Usbekistan und Tadschikistan, sagte Parteichef Tekebajew.

dpa

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