Ärzte als Verkäufer

Kommentar: Nachhaken beim Arzt lohnt sich

Nepp oder Segen für die Patienten? Welche Zusatzleistungen, die nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden, lohnen sich wirklich? Für viele Patienten, denen in Arztpraxen „Individuelle Gesundheitsleistungen“ (Igel) angeboten werden, wächst das Problem. Von Peter Schulte-Holtey

Wem sollen sie glauben schenken - dem Arzt, der sie als Kunden betrachtet?

Klar ist: Manche individuellen Gesundheitsleistungen sind keinesfalls überflüssige Luxusuntersuchungen. Sie können der Vorbeugung schwerer Krankheiten dienen. An diesen Therapien verdienen aber vor allem die Mediziner selbst – und das immer häufiger. Der Umsatz der Ärzte mit Igel-Angeboten ist laut Medienberichten seit 2005 um rund 50 Prozent auf etwa 1,5 Milliarden Euro jährlich gestiegen. Die häufigsten Leistungen sind das Glaukom-Screening auf Grünen Star und der vaginale Ultraschall auf Eierstock- und Gebärmutterkrebs.

Lesen Sie zu diesem Thema ebenfalls den Artikel: Patienten sollten nicht mit „Individuellen Gesundheitsleistungen“ bedrängt werden

Es ist auf jeden Fall sinnvoll, sich kundig zu machen, bevor man sich solch eine Leistung erkauft. Man sollte bei dem betreffenden Arzt noch einmal nachfragen und sich erklären lassen, worum es geht. Patienten sollten grundsätzlich bei ihren Krankenkassen nachhaken und dabei auch selbstbewusst und bestimmt sein. Oft übernehmen die Kassen dann nämlich doch noch Leistungen, die eigentlich nicht in ihren Katalogen aufgeführt sind.

Quelle: op-online.de

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